Berlin : Menschenhandel: 40-Jähriger als Schleuser festgenommen

Als Schleuser ist ein 40-Jähriger festgenommen worden. Er soll im vergangenen Jahr von Februar bis Oktober in bisher 96 nachweisbaren Fällen gegen Bezahlung Einladungsschreiben für Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion gefälscht haben. In der gleichen Zeit beantragten 76 Staatsangehörige aus Weißrussland, der Russischen Föderation, Kirgisistan und der Ukraine bei den deutschen Botschaften in Minsk, Moskau, Bischkek und Kiew Visa für die Einreise nach Deutschland zu geschäftlichen Zwecken. Gegen den Mann liegt ein Haftbefehl wegen Urkundenfälschung vor. Bei der Festnahme des Mannes wurde auch eine 32-jährige Ukrainerin festgenommen, die sich illegal in Berlin aufhielt. Sie wurde der Ausländerbehörde übergeben. Die Polizei kam dem 40-Jährigen auf die Spur, weil Botschaftsangehörige wegen der hohen Zahl von Einladungen misstrauisch wurden und um Überprüfung baten. Wie viele von den Visa-Inhabern nach Deutschland kamen und zu welchem Zweck sie sich hier aufhielten, kann nach Polizeiangaben nicht nachvollzogen werden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Der 40-Jährige hat die für eine Visa-Erteilung erforderlichen Einladungsschreiben einer deutschen Firma, in dem der geschäftliche Zweck der Einreise bestätigt wird, zur Verfügung gestellt oder direkt an die deutsche Botschaft geschickt. Den in den Schreiben genannten geschäftlichen Zweck der Einreise habe er "bewusst wahrheitswidrig vorgetäuscht". Außerdem sei die Existenz einer deutschen Firma "GRICAR" durch eine verfälschte Gewerbeanmeldung vorgetäuscht worden. Bei drei Komplizen kam es an sechs Orten zu Durchsuchungen. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

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