Berlin : Mercedes-Benz-Niederlassung: Eine Kathedrale mit Verkehrskindergarten

Esther Kogelboom

Die elektrischen A-Klasse-Modelle für die Mercedes-Kunden von morgen waren absolut staubfrei, die Olivenbaum-Blätter frisch poliert: Nach den hochtourigen Vorbereitungen wurde gestern früh die neue Mercedes-Benz-Niederlassung mit einem Festakt eröffnet. Zur Feier des Tages kamen neben dem Vorsitzenden der DaimlerChrysler Vertriebsorganisation Deutschland, Eckhard Panka, auch Walter Müller, Direktor der Mercedes-Benz-Niederlassung Berlin, der Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler AG, Jürgen E. Schrempp, sowie Innenminister Otto Schily, Eberhard Diepgen und alle Herthaner in die sechsgeschossige transparente Konstruktion aus Glas und Stahl. Ab sofort präsentiert das Autohaus auf einer Ausstellungsfläche von rund 36 000 Quadratmetern seinen Kunden mehr als 300 Fahrzeuge - die gesamte Produktpalette ist auf vier Ebenen verteilt und nach Themenfeldern geordnet.

Aber natürlich hat die moderne Kathedrale weit mehr zu bieten als Beratung und Verkauf: Kunden können das interaktive System eines Fahrzeug bedienen, das Auskunft gibt zu Fragen der modernen Assistenzsysteme, über Terminals können Preise, Finanzierungsmöglichkeiten und Leasingsangebote ausgedruckt werden. Auf einer 40 Quadratmeter großen Video-Leinwand sollen künftig unter anderem Formel-1-Rennen und Tourenwagenmeisterschaften live übertragen werden, es gibt einen Formel-1-Fahrsimulator, die Kletterwand hat bereits der Berliner Alpenverein zu Trainingszwecken gebucht.

Die Verbindung Berlin - DaimlerChrysler halte seit 97 Jahren, sagte Schrempp und lobte das "phänomenale Gebäude" als Autohaus der Zukunft. "Die loyalsten Kunden der Branche sind Mercedes-Kunden", betonte Schrempp vor 600 geladenen Gästen. "Die hohe emotionale Bindung will bestätigt und genährt werden."

Dass Mercedes nicht einfach nur ein neues Haus baue, sondern gleich eine neue Welt, fand Otto Schily, der den ausgestellten Karossen "Gediegenheit, technische Perfektion und Eleganz" attestierte. Die Herausforderung der Zukunft sei aber, "millionenfache Selbstbewegung mit der Knappheit der Räume in Einklang zu bringen", betonte Schily. Es gelte, die Balance zwischen Verteufelung und Vergötzung des Automobils zu finden. Diepgen verglich den imposanten Bau von Lamm, Weber, Donath und Partner mit dem Guggenheim-Museum, lobte seine architektonischen Besonderheiten und kam zu dem Schluss, dass alle Wagen sofort käuflich sein müssten. Denn, so Diepgen: "Autofahren macht Spaß." Autokaufen nun auch.

Am Wochenende ist die neue Mercedes-Welt für jedermann von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Durchs Programm führt unter anderem ZDF-Sportmoderator Wolf-Dieter Poschmann, der vor Ort das Formel-1-Rennen auf dem Hockenheim-Ring kommentieren wird.

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