Berlin : Merengue unterm Funkturm

Am 5. März startet die Tourismusbörse Ihr Partnerland ist die Dominikanische Republik

Laura Wieland

Wer an Fernweh leidet, kann ab dem 5. März Impressionen für den nächsten Urlaub sammeln. Dann präsentieren sich auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) mehr als 11 000 Aussteller aus 180 Ländern unterm Funkturm. Die Veranstalter rechnen mit 170 000 Besuchern. Das Partnerland Dominikanische Republik soll für „schillernde Exotik und karibische Lebensfreude“ sorgen, sagte Martin Buck, Reise- und Logistikdirektor der Messe Berlin, gestern.

Das „Heimatland des Merengue“ werde landestypische Spezialitäten servieren, die Fingerfertigkeit seiner traditionellen Zigarrendreher und Edelsteinschleifer zeigen – und natürlich das Publikum mit Hüftschwung und Showeinlagen unterhalten. Das beliebteste Reiseziel der Deutschen in der Karibik wolle sein Image als bloßes Party-Land abstreifen.

Die ITB-Welt wird auf alle Fälle wieder bunt: Besucher bekommen Tänzer aus Mali zu sehen, Folklore aus Tadschikistan oder die indianischen Traditionen nordamerikanischer Ureinwohner, können sich auf einem Abenteuerparcours vergnügen oder einen Kletterturm erklimmen – Programm für die ganze Familie.

Eine Rolle spielt auch diesmal das Thema Öko-Tourismus. „Nachhaltiges Reisen wird immer wichtiger“, sagte ITB-Projektleiter David Ruetz. Das ITB-Partner-Unternehmen „Atmosfair“ etwa rechnet vor, dass der CO2-Ausstoß für einen Hin- und Rückflug in die Karibik rund sechs Tonnen beträgt. Eigener Beitrag der Veranstalter zum Klimaschutz: Die Messe hat ihren Helikopter-Shuttle abgeschafft und will laut David Ruetz „von Bewusstsein zu Verantwortung schreiten“. Die Aussteller will man dafür gewinnen, die durch ihre Anreise verursachte Kohlendioxid-Belastung durch ihr Engagement in Klimaschutzprojekte zu kompensieren.

Die reisen aus den fernsten Ländern an, zum Beispiel von den Mikronesischen Inseln Yap oder Palau, die sich zum ersten Mal auf der Messe präsentieren wollen. Die Nachbarn Österreich und die Schweiz präsentieren sich ganz im Zeichen der Fußball-Europameisterschaft. Das erkennt der Besucher sofort: Ihren Messeauftritt kennzeichnet ein 50 Quadratmeter großes Fußballfeld. Mit einem leuchtenden Riesenball möchte Südafrika auf die WM 2010 einstimmen.

Nicht zuletzt gilt die ITB seit zwei Jahren als größte inoffizielle Jobbörse im Touristikbereich. Bei einem Casting für angehende Jugendreiseleiter sollen diesmal rund 1500 Sommerjobs vergeben werden. Laura Wieland

Die ITB ist für Fachbesucher vom 5. bis 9. März, für die Öffentlichkeit am 8. und 9. März von 10-18 Uhr geöffnet. Eintrittskarten gibt es online unter www.itb-berlin.de (ermäßigt 12 statt 14 Euro).

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