Messe Berlin : Deutschlandhalle wird gesprengt

Einem Teil des Daches der Deutschlandhalle ist mit der Abrissbirne nicht beizukommen. Deshalb soll es im vierten Quartal gesprengt werden, bevor Abrissbagger die übrigen Mauern zu Fall bringen.

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Das Schicksal der Deutschlandhalle ist endgültig besiegelt. Am Samstag wird sie gesprengt.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Mike Wolff
02.12.2011 12:54Das Schicksal der Deutschlandhalle ist endgültig besiegelt. Am Samstag wird sie gesprengt.

Die Deutschlandhalle wird gesprengt – zumindest ein Teil ihres Daches. Denn mit der Abrissbirne ist den Stahlträgern, die das sogenannte „Laternendach“ halten, nicht beizukommen. Messe-Sprecher Michael Hofer sagte weiter: „Die Abrissgenehmigung ist vorhanden.“ Die europaweite Ausschreibung für das rund sieben Millionen Euro teure Unterfangen laufe. Im vierten Quartal sollen die Sprengladungen dann montiert und der mittlere, leicht über die Fassade hinausragende Teil des Daches gesprengt werden, bevor die Abrissbagger die übrigen Mauern der Deutschlandhalle zu Fall bringen. Asbest sei nicht vorhanden.

Damit wird Platz geschaffen für einen Neubau, der bis Ende 2013 errichtet werden soll. Auch hier läuft die Ausschreibung bereits. Nach Angabe der Messe gingen 95 Wettbewerbsbeiträge für das 15 000 bis 20 000 Quadratmeter große Messegebäude ein. Ende April werde das Preisgericht der Jury seine Entscheidung verkünden. Kritik an dem Verfahren übt der Berliner Architekten- und Ingenieurverein (AIV). „Ich würde eine Wette darauf abschließen, dass einer der drei Messe-Gutachter den Auftrag erhält“, sagte Vorstandsmitglied Uwe Hameyer. Dabei handelt es sich um die Büros GMP Architekten, KSP-Architekten Jürgen Engel sowie Dietz Joeppien Architekten AG, die bereits zuvor an Machbarkeitsstudien der Messe Berlin für das ICC und die Deutschlandhalle beteiligt waren. „Das ist ein Wettbewerbsvorteil“, kritisiert Hameyer. Auch sei der Text der Ausschreibung für den Neubau so formuliert, dass der Auslober des Wettbewerbs sich nicht an die Empfehlungen der Jury halten müsse. „Dies wirft kein gutes Licht auf eine Gesellschaft des Landes Berlins“, so Hameyer. Die Messe weist die Vorwürfe zurück. ball

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