Berlin : Messe Berlin: Strieder will dem Funkturm zumindest die Spitze lassen

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Die Umgestaltung des Messegeländes könnte Berlinern den Blick auf den Funkturm für immer versperren: Nördlich vom ICC und am Theodor-Heuss-Platz sind Hochhäuser geplant, die sich vor und hinter die Silhouette des Funkturm schieben werden. Wer von Süden kommend auf der Avus in die Stadt fährt, wird womöglich bald ein graues Viereck sehen, das sich von hinten über den Funkturm schiebt. Und für den Betrachter auf der Kaiserdammbrücke über die Ringbahn würde nur noch eine Spitze des Turms zu sehen sein - den Rest würde ein Häuserblock nördlich vom ICC verdecken.

Dass von der Kaiserdammbrücke aus überhaupt noch etwas vom Turm zu sehen sein wird, könnte ein Verdienst von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) werden: Gestern stellte er seine Ideen für die Neubauten rund um das Messegelände vor. Die Planungen der Messe GmbH sehen nördlich vom ICC ein noch viel höheres Haus vor - ein Hotel. Wird dieses gebaut, verschwindet der Funkturm dahinter optisch ganz .

Auch die Neubauten, die Strieder am Theodor-Heuss-Platz gegenüber dem SFB-Fernsehzentrum vorschlägt, sind niedriger als diejenigen in den Plänen der Messe GmbH. Strieders Favorit ist ein 75 Meter hohes Haus, das genau so hoch wird wie das SFB-Gebäude. Für Autofahrer auf der Avus würde die Restaurant-Etage des Funkturms trotzdem vor dem Gebäude kaum noch wahrgenommen.

Die Messe GmbH will hier zwei Hochhaustürme bauen, die noch höher sind. "Sie kennen die Berliner doch, für sie ist der Blick auf den Funkturm das A und O," hält Strieder dagegen. Er will, dass in der Stadt Blickachsen auf Architekturdenkmäler erhalten bleiben.

In der Zeit der Teilung war der Anblick des Funkturms für per Transit durch die DDR gereiste Autofahrer das Zeichen, jetzt wieder im Westen angekommen zu sein.

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