Berlin : Messe klagt über hohe Kosten für ICC Noch keine Einigung über Finanzhilfen vom Land

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Die Messegesellschaft sieht ihre Wachstumsstrategie für die nächsten Jahre bedroht, weil sich der Senat nicht über einen langfristigen Finanzierungsplan einig wird. „Wir wollen möglichst schon Anfang 2005 in neue Projekte investieren, deswegen brauchen wir die finanzielle Zusage des Senats“, sagte Messechef Raimund Hosch am Freitag. Seit Monaten wird eine Grundsatzvereinbarung zwischen Senat und Messe diskutiert, in der Strategie und Finanzierung festgelegt werden sollen. Die Messe erwartet rund 13 Millionen Euro jährlich.

Hosch sieht den Senat in der Pflicht, da das laufende Geschäft die hohen Betriebskosten des Messe und Kongressgeländes niemals decken könne. Vor allem das Prestigeprojekt der Siebzigerjahre, das 25 Jahre alte Internationale Congress Centrum (ICC), kommt die Messe teuer zu stehen. Gut die Hälfte der über 30 Millionen Euro, die die Messe jährlich für Wartung und Instandhaltung der Immobilien ausgibt, muss ins ICC gesteckt werden. 13 Millionen Euro vom Senat seien da angemessen, findet Hosch. Das ICC sei zwar noch immer Europas größtes Kongresszentrum, „aber nur elf Prozent des Gebäudes sind Nutzfläche, die wir vermieten können“, sagt Hosch.

Hosch will künftig neue Messen für Berlin einkaufen und Ableger von Grüner Woche und ITB in China vermarkten. Doch die Messestrategie ist im Senat umstritten. Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS), der auch im Aufsichtsrat der Messegesellschaft sitzt, befürwortet Senatskreisen zufolge die Expansionspläne. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Teile der SPD-Fraktion zweifeln dagegen an der Auslandsstrategie und stellen die Höhe der Zuschüsse in Frage. avi

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