Berlin : Messegelände: Hochhäuser am Hammarskjöldplatz?

C. v. L.

Vor einer Übertragung von Landesgrundstücken an die Messe-Gesellschaft, wie sie von Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner befürwortet wird, fordert Stadtentwicklungssenator Peter Strieder ein auch mit dem Bezirk abgestimmtes Gesamtkonzept für die Umgebung des Messegeländes unterm Funkturm. In dem "Masterplan" solle unbedingt die Deutschlandhalle enthalten sein. Strieder hält auch eine Bebauung des Parkplatzes am Hammarskjöldplatz für möglich, sie müsse aber in ein städtebauliches Konzept passen. Es sollte ein klare Nutzungsvorstellung und eine gesicherte Finanzierung geben. Hinweise, dass ein städtebaulicher Wettbewerb für die Umgebung des Funkturms bereits in Vorbereitung ist, wurden von Strieders Sprecherin Petra Reetz gestern nicht bestätigt.

Strieder betonte in einem Schreiben an den Wirtschaftssenator, die für die Messe vorgesehenen Flächen sollten als Gebiet von stadtpolitischer Bedeutung behandelt und nicht nur unter dem Messe-Aspekt betrachtet werden. Schon seit längerem kursieren unter dem Stichwort Messe Berlin 2010 Pläne, das Areal baulich zu ergänzen, wobei der Südeingang, dem noch die Eissporthalle im Wege steht, ein Schwerpunkt ist. Aber auch der Norden des Geländes soll nach den Vorstellungen der Messe und der Wirtschaftsverwaltung an Attraktivität gewinnen. So sieht man am Hammarskjöldplatz Baupotenziale, hier aber müsste der Denkmalschutz auch wegen des gegenüberliegenden Hauses des Rundfunks zu Rate gezogen werden. Es gibt interessierte Berliner Investoren, die bereits Entwurfspläne mit Hochhäusern vorgestellt haben, in denen unter anderem die Verwaltung der Messe und ein repräsentatives Hotel für Staatsgäste unterkommen könnten. Platz für 2000 Tiefgaragenplätze und ein benachbartes Pressezentrum könnte es ebenfalls geben. Auch für den Parkplatz gegenüber dem ICC gibt es Pläne für ein Hotel. Ein Hotelbetreiber könnte nach Strieders Vorstellungen auch das ICC unter seine Fittiche nehmen. Die Messe will das Congress-Centrum mit seinen Betriebskosten von jährlich rund 32 Millionen Mark aus ihrer Obhut entlassen.

Strieder betonte in seinem Schreiben an Branoner, dass die Deutschlandhalle erhalten bleiben soll. Nach dem Abriss der Eissporthalle sei es sinnvoll, die Deutschlandhalle zunächst als Ersatz zu nutzen. Die Senatswirtschaftsverwaltug wollte sich gestern zu dem Schreiben nicht äußern. Man werde sich spätestens in der nächsten Senatssitzung damit beschäftigen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben