Berlin : Messerattacke in der U 9: Zwei BVG-Kontrolleure schwer verletzt

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In der U-Bahn wurden gestern zwei Kontrolleure der BVG durch Messerstiche eines Fahrgastes schwer verletzt. Der flüchtende Täter wurde von einem Zeugen verfolgt, der mit seinem Handy die Polizei ständig über den Fluchtweg des Mannes informierte. Schließlich konnte der Gewalttäter festgenommen werden. Die Opfer hatten Glück, dass sie keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten. Die Stiche verfehlten die Halsschlagader einer Frau und die Nieren eines Mannes nur knapp.

Der Täter, nach Angaben der Polizei ein 37-jähriger Libanese, der keinen festen Wohnsitz in Berlin hat, hatte in einem Zug der Linie U 9 seine nackten Füße auf eine Sitzbank gelegt. Von den Kontrolleuren, die zu Viert gegen 6.30 Uhr den Wagen am U-Bahnhof Amrumer Straße in Wedding betreten hatten, wurde der Mann daraufhin aufgefordert, die Füße von dem Sitz zu nehmen.

Als der 37-Jährige nicht reagierte, wollte ein BVG-Mitarbeiter über Funk die Polizei alarmieren. Dabei drehte er nach Angaben der Polizei dem Mann den Rücken zu. In diesem Moment sei der 37-Jährige aufgesprungen und habe dem 33-jährigen BVG-Kontrolleur aus Hohenschönhausen einen Messerstich in die Nierengegend versetzt. Anschließend griff der Täter die 53-jährige Kollegin des BVG-Mitarbeiters an und stach ihr in den Hals. Glück hatte der dritte Kontrolleur, der von dem Täter ebenfalls attackiert wurde. Der Stich wurde durch eine Plastikflasche, die der BVG-Mann in der Brusttasche hatte, abgefangen.

Auf dem nächsten Bahnhof Leopoldplatz flüchtete der Täter aus dem Zug. Ein 35-jähriger Zeuge aus Reinickendorf verfolgte ihn aber und teilte über sein Handy der Polizei den Fluchtweg mit. Sie konnte den Täter in der Genter Straße festnehmen. Nach Angaben der Polizei ist er Rauschgiftkonsument.

Die Zahl der Angriffe auf Kontrolleure hat nach Angaben von BVG-Sprecherin Barbara Mansfield in den vergangenen Jahren auch in der Härte zugenommen. 1999 gab es 85 registrierte Vorfälle, ein Jahr später waren es 158 und in den ersten drei Monaten dieses Jahres zählte man bereits 40. Die Verletzungen reichen von Prellungen über Wunden im Gesicht bis zu Knochenbrüchen. Vor Jahren hatte die BVG überlegt, die Mitarbeiter mit Schutzwesten auszustatten. Dies sei von den meisten Beschäftigten aber abgelehnt worden, die die Westen als zu unbequem und zu schwer empfunden hätten. Heute gibt es allerdings leichtere Ausführungen.

Die Gewerkschaft der Polizei forderte die "Höchststrafe" für den Täter.

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