Berlin : Messerattacke: Prozess wegen Angriff auf BVG-Kontrolleure

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Wegen Angriffen auf drei BVG-Kontrolleure mit einem Messer muss sich seit Donnerstag ein 37-jähriger Libanese vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau und zwei Männer vom Sicherheitsdienst des Verkehrsbetriebes in einem Zug auf der U-Bahn-Linie 9 schwer verletzt zu haben. Die Anklage lautet auf versuchten Mord und zweifachen Totschlagsversuch. Vor Gericht machte der gelernte Schmied gestern keine Angaben. Dem Verteidiger zufolge will der Libanese erst im Beisein eines Gutachters aussagen, der am 23. Oktober erwartet wird.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Der 37-Jährige war von den Kontrolleuren im April diesen Jahres zwischen den Stationen Leopoldplatz und Nauener Platz angesprochen worden, weil er seine nackten und verschmutzten Füße auf die Sitzbank gelegt hatte. Der Aufforderung, die Beine herunter zu nehmen, folgte der Mann nicht.

Als der Kontrolleur mit der Polizei drohte, sei der Angeklagte aufgesprungen und habe unvermittelt auf den Rücken des 33-jährigen Sicherheitsbediensteten eingestochen. Der Angeklagte habe dann einem zweiten Kontrolleur das Messer mit feststehender Klinge mehrfach in den Bauch gerammt. Schließlich soll er auch eine Kontrolleurin durch Stiche in den Unterleib und den Hals verletzt haben.

Der Angeklagte flüchtete, als der Zug auf dem Bahnhof Nauener Platz stoppte. Das Messer warf er fort. Ein Fahrgast nahm die Verfolgung auf und informierte die Polizei über sein Mobiltelefon. Auf einem Parkplatz an der Genter Straße in Wedding konnte der 37-Jährige gefasst werden. Damals hieß es von der Polizei, dass der wohnungslose Libanese auch als Drogensüchtiger bekannt sei.

Der Prozess wird am 15. Oktober vor dem Landgericht fortgesetzt.

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