Berlin : Messerstich nach Fußballspiel 18-Jähriger von zehn Männern attackiert

Ein Streit während eines Fußballspiels auf dem Letteplatz in Reinickendorf ist am Sonntag eskaliert: Am Ende gingen zehn Männer auf einen 18-Jährigen los und verletzten ihn mit einem Messer. „Stech ihn ab!“, soll einer aus der Gruppe dem Angreifer zuvor sogar zugerufen haben, hieß es bei der Polizei.

Der Fall erinnert an einen tödlichen Streit auf einem Neuköllner Bolzplatz Anfang März diesen Jahres: Nach der Auseinandersetzung war der 18-jährige Jusef el-A. von einem 34-Jährigen niedergestochen und getötet worden. Allerdings blieb der Tatverdächtige frei, da laut Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die Attacke aus Notwehr erfolgt sei. Daran habe sich laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft bislang nichts geändert. Neue Erkenntnisse gebe es nicht.

Im aktuellen Fall hatte der 18-jährige Syrer gegen 19.30 Uhr mit einem 17-jährigen türkischen Freund und den späteren Angreifern – alle türkischer oder arabischer Herkunft – Fußball auf dem Letteplatz in Reinickendorf gespielt. Während des Kickens kam es zu einem Streit, nachdem ihn ein Spieler der gegnerischen Mannschaft gegen einen Zaun gedrückt hatte. Daraufhin verließen beide Kontrahenten den Platz, „um die Differenzen zu klären", hieß es bei der Polizei. Es blieb jedoch nicht bei einem „Vier-Augen-Gespräch“, da die Mitspieler den beiden folgten. „Hier hast du ein Messer, stech ihn ab!“, rief dann einer aus der Gruppe dem Kontrahenten des 18-Jährigen zu. Das Opfer erhielt einen Schlag in das Gesicht, so dass es stürzte. Anschließend traten und schlugen die etwa zehn jungen Männer auf den 18-Jährigen ein und verletzten ihn dadurch am Kopf, an den Armen sowie am Rücken. Als der 17-Jährige seinem Freund helfen wollte, wurde er ebenfalls geschlagen. Den Opfern gelang es jedoch zu flüchten und die Angreifer abzuhängen. Der 18-Jährige merkte anschließend, dass er eine Schnittverletzung am Rücken hat. Nach einer ambulanten Behandlung im Krankenhaus ging er wieder nach Hause. Sein 17-jähriger Freund ließ sich ebenfalls von einem Arzt behandeln. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Anstiftung zu einem Tötungsdelikt, Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. Da sich Opfer und Täter teilweise kennen, ist die Polizei sehr zuversichtlich die Tatverdächtigen zu ermitteln. tabu

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