Berlin : Methode R

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VON TAG ZU TAG

Von Björn Seeling

Wer nach dem Rasenmäher-Prinzip vorgeht, der mag die harte Tour. Je nach Anwendungsgebiet bleiben gekürzte Etats oder Grashalme übrig. Dabei haben letztere den Vorteil, dass sie weiter für viele Dinge zu gebrauchen sind. Für Arbeit, Sport und Spiel. Diese Art der R-Methode hat inzwischen Tausende, ach was! Millionen Anhänger in allen Schichten der Bevölkerung gefunden. Das zeigt schon das fröhliche Brummen, das allsamstäglich aus den Schrebergarten- und Villenkolonien dringt. Freunde von gekürzten Etats finden sich höchstens auf Ebene von Bundes- und Landesregierungen.

Daher ist es auch kein Wunder, dass die populäre R-Methode auf so etwas Populäres wie den Motorsport ausstrahlt. In England und Norddeutschland gibt es bereits „Formel R“-Rennen, und nun fiebert die Rasenmäherszene dem ersten in Berlin und Brandenburg entgegen. 16 Teams sind dabei, um über einen Parcours nahe Berlin zu heizen. Allerdings sind Elektromäher und solche, die geschoben werden müssen, von der Teilnahme ausgeschlossen. Zweiter Schönheitsfehler: Das Tempo bleibt auf 15 bis 20 Kilometer je Stunde begrenzt. Wer da stöhnt, „Das ist doch zum Einpennen“, der sollte seinen Blick auf den Kreis Potsdam-Mittelmark richten: Es geht noch gemächlicher, beim Bettenrennen am Pfingstsonntag. Verrückte Männer in fliegenden Kissen kuscheln sich hier über die Strecke. Die 14. Wiederauflage dieses Ereignisses beweist zudem eines: Auch die weiche Tour hat ihre Fans.

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