Berlin : Methusalems am Wegesrand

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Die Radpartie nach Babelsberg hat TagesspiegelMitarbeiter Carl-Peter Steinmann für Sie erkundet. Hier verrät er, wo es ihm besonders gut gefällt: Die wirklich interessanten Dinge stehen oft direkt am Wegesrand und werden dennoch kaum wahrgenommen. Zum Beispiel in Babelsberg, genau dort, wo die Kopernikusstraße und Pestalozzistraße in die Großbeerenstraße münden. An diesem Platze steht auf einer kleinen Wiese, weitgehend unbemerkt, ein riesiger Findling, Relikt einer unvorstellbar fernen Zeit. 1930 wurde der Granitbrocken mit einem Umfang von mehr als sieben Metern bei Bauarbeiten im Heideweg einige Meter tief im Erdreich entdeckt und unter großen Mühen an die Oberfläche befördert. Ganz in der Nähe fand der Findling nun seinen heutigen Platz und das Interesse der Wissenschaftler. Sie stellten fest, dass er aus Schweden stammt und vor 10000 Jahren von Eiszeitgletschern nach Babelsberg verschoben wurde.

Bei weitem nicht so alt wie dieser schwedische Gesteinsbrocken ist ein Maulbeerbaum an der Einmündung der Lutherstraße in den Weberplatz. Gepflanzt wurde er 1780 auf Ordre Friedrichs II., gemeinsam mit weiteren 1300 Maulbeerbäumen. 3470 Taler machte der König dafür locker, in der Hoffnung, die Seidenweberei werde Preußen viel Gewinn bringen.

Der Baum, vor dem wir stehen, hat als einziger immerhin 224 Jahre überlebt – wenn auch mit Stützkorsett. Und er grünt noch heute!

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