• Metropol-Theater: Kaum Chancen für kulturelle Nutzung Verkauf durch Liegenschaftsfonds: Höchstbieter bekommt Zuschlag

Berlin : Metropol-Theater: Kaum Chancen für kulturelle Nutzung Verkauf durch Liegenschaftsfonds: Höchstbieter bekommt Zuschlag

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Mitte. Der Liegenschaftsfonds des Landes Berlin will das MetropolTheater an der Friedrichstraße „möglichst noch in diesem Jahr“ zum Verkauf ausschreiben. Wie die Sprecherin der landeseigenen Grundstücks- und Immobilien-Verwertungsgesellschaft, Irina Dähne, erklärte, wird dem Liegenschaftsfonds das Gebäude der Traditionsbühne mit dem dazugehörigen Grundstück am Donnerstag dieser Woche vom Land übertragen, um das Areal zu veräußern. Der Verkaufspreis solle dem Verkehrswert entsprechen. Dazu werde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Bislang war das Theater auf einen Wert von rund 34 Millionen Euro geschätzt worden. „Wir hoffen, einen Investor zu finden, der das Metropol-Theater als Kulturbetrieb führt“, erklärte Dähne. Für den Liegenschaftsfonds etwas Neues. „Wir haben noch nie ein Theater verkauft. Das wird für uns eine spannende Aufgabe.“

Der Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen, Claus Guggenberger, betonte, dass der Liegenschaftsfonds das Metropol „ertragsmaximal“ verwerten solle. Die weitere kulturelle Nutzung des seit 1997 geschlossenen Hauses sei damit nicht allein entscheidend für den Verkauf. Bei gleicher Bieterhöhe werde jedoch ein kulturelles Nutzungskonzept bevorzugt.

Die CDU hatte die Entscheidung, das Metropol-Theater an den Meistbietenden verkaufen zu wollen, heftig kritisiert. Die kulturpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Abgeordnetenhaus, Monika Grütters, warf Kultursenator Thomas Flierl (PDS) vor, entgegen seiner vorherigen Ankündigung, sich für eine kulturnahe Nutzung einzusetzen, einem „Immobilien-Deal“ zugestimmt zu haben. „Anbieter für das Metropol, die interessante kulturelle Konzepte vorlegen“, bekämen „nicht einmal einen Termin beim zuständigen Senator“, erklärte Grütters.

Auch die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Alice Ströver, hält die Aussichten für eine kulturelle Nutzung angesichts der Vorgabe einer „ertragsmaximalen“ Veräußerung für schlecht. Dem Finanzsenator sei offenbar gar nicht an einer Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes gelegen, sagte Ströver.

Mit dem Verkauf seiner Geschäftsanteile am Theater des Westens an die Stage-Holding hatte das Land mit dem Konzern vereinbart, das Metropol-Theater wieder in Landesbesitz zu übernehmen. Erst im Frühjahr 2001 hatte das Land das Metropol für den symbolischen Preis von einem Euro an die Holding abgetreten. wie

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