Berlin : Metropol-Verkauf perfekt

Falk Walter zahlt eine Million Euro für das Theater in der Friedrichstraße. Dessen Namen will er ändern

Matthias Oloew

Exakt um 16.02 Uhr waren sich alle einig. Der Notar hatte jeden Punkt des Vertrags verlesen und in dem Büro der Architekten, dessen Wände rundherum mit Plänen, Zeichnungen und historischen Fotos des Admiralspalasts tapeziert ist, setzte Falk Walter als erster seine Unterschrift unter das Papier. Damit hat das Haus am Bahnhof Friedrichstraße, das seit dem Zweiten Weltkrieg das Metropol-Theater beherbergte, wieder eine Zukunft. Seit gestern, 16.02 Uhr, dürfen sich Falk Walter und seine Mitstreiter auch offiziell Eigentümer des denkmalgeschützten Theaterpalasts nennen.

Über ein Jahr hatte die Zitterpartie gedauert. Ein Jahr, in dem Walter, der Hausherr der Arena in Treptow, an der Finanzierung dieses gewagten Projekts immer wieder stricken musste. Eine Million Euro zahlt er als Kaufpreis, rund 14 Millionen Euro will die Kommanditgesellschaft, die Walter zusammen mit sieben Partnern gegründet hat, in die Sanierung des Baus stecken. Noch in diesem Jahr soll ein Grand Café an der Friedrichstraße öffnen. In etwa einem Jahr der Rest: also das 1700 Sitzplätze zählende Theater, sowie zwei weitere Bühnen mit 500 und 199 Sitzen und das Bad unterm Dach, dessen Becken sich direkt über der großen Bühne des Hauses befinden.

Für die Unterschriften unter dem Kaufvertrag hatte Walter alle an den Ort des Geschehens eingeladen. Aber auf der ungeheizten Bühne war es dann doch zu kalt. Also unterschrieben er und seine Partner, sowie Susanne Klabe, Vertriebsleiterin des Liegenschaftsfonds, im Büro der Architekten, die sich im Vorderhaus eingerichtet haben. Beim Glas Champagner erzählte Walter dann, das er sich mit der Unterschrift vom Namen „Metropol“ verabschiedet hat: „Wir wollen hier nicht an die Operetten-Tradition der DDR anknüpfen“, sagte er, „außerdem gibt es ein Metropol am Nollendorfplatz und von Verwechslungsklagen habe ich die Nase voll.“ Damit spielte er an auf den Rechtsstreit, den er für die Arena Treptow gegen die Velodrom-Betreiber führte, die ihre Halle auch Arena nennen und Walter den Namen streitig machen wollten. Deshalb hat das Metropol an der Friedrichstraße nun die längste Zeit so geheißen. Ab sofort trägt das Haus wieder den Namen seiner Gründungszeiten: Admiralspalast.

Zusammen mit seinen Partnern Joachim Barth, Marcus Flügge und Jon Trygvasson will Walter den selbstgesetzten Zeitplan einhalten. In „sechs bis acht Wochen“ soll der Bauantrag gestellt werden, damit die wichtigste Klausel im Vertrag erfüllt werden kann. Der Senat verlangt nämlich, das mit Stichtag gestern in 18 Monaten auf der großen Bühne wieder gespielt wird.

Walter gab sich zuversichtlich. „Die unfreiwillig lange Planungsphase hat auch einen Vorteil“, sagte er. „Jetzt ist alles bis ins Detail klar.“ Überraschungen, die den Bauverlauf verzögern, dürfte es nicht mehr geben.

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