Berlin : Michael Schumacher: "Als Rennfahrer ist mir Sicherheit wichtig"

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Mit einer roten Rose steht die 15-jährige Jennifer vor dem Hotel Adlon am Pariser Platz und heult. Michael Schumacher ist so nah - und doch so fern. Der Formel-1-Weltmeister wird im Wintergarten des Hotels als Botschafter der Björn Steiger Stiftung vorgestellt, die sich für die Verbesserung der Notfallhilfe und die Aktion "Kampf dem Herztod" engagiert. Doch die Fans am Haupteingang bekommen den Ferrari-Star überhaupt nicht zu sehen. Nach der Landung gestern Mittag in Tempelhof wird er auf geheimen Wegen ins Hotel geschleust. Schumacher kommt nicht raus, winkt nicht. Dabei wollen sie ihn doch bloß feiern, neun Tage nach seinem WM-Sieg in Budapest. "Angeschissen" fühlt sich ein 60-jähriger Mann, "ich schaue künftig nicht mehr so viele Rennen."

Dieter Rutkowski, ein 49-jähriger Busfahrer mit goldenem Rennwagen am Halskettchen, fällt auf mit seinem riesigen Schumacher-Bild. Eine Journalistin nimmt ihn mit ins Hotel. "Ein Foto mit Schumacher wäre irre", sagt der Mann, der plötzlich Tränen in den Augen hat, "mein Herz klopft ganz schön." Als er noch überlegt, wo er sich postieren soll, ist Schumacher mit seinen Bodyguards schon vorbeigestürmt, in den Presseraum. "Es ist eine große Ehre, die Rolle als Botschafter zu übernehmen", sagt er. Auf die Initiative der Stiftung geht unter anderem die bundesweite Einführung der Rettungswagen zurück und die Aufstellung von über 6000 Notruftelefonen. "Als Rennfahrer ist mir das Thema Sicherheit ein besonderes Anliegen", sagt Schumacher, der erst letzte Woche bei Testfahrten einen Unfall hatte. 130 000 Menschen sterben in Deutschland jährlich den plötzlichen Herztod - weil ihnen nicht rechtzeitig geholfen wird. Schumacher will für entsprechende Kurse werben "und mich selber ausbilden lassen."

So schnell wie er gekommen ist, ist er wieder weg. Durch den Notausgang. Dieter Rutkowski hat keine Chance, aber wenigstens "war ich in Schumachers Nähe."

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