Michendorf in Brandenburg : Verdacht auf Missbrauch in Kita

Die Kriminalpolizei ermittelt in Michendorf: Ein Kita-Erzieher steht unter dem Verdacht, mehrere Kinder sexuell missbraucht zu haben.

Eva Schmid

In einer Kindertagesstätte in Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark soll ein Mitarbeiter mehrere Kinder sexuell missbraucht haben. Bereits am vergangenen Donnerstag war die Polizei in die Kita „Heideschlößchen, Wirbelwind und Sonnenschein“ gerufen worden, am Freitag ließ Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) die Eltern per Aushang über die Vorgänge in der kommunalen Einrichtung informieren, um Gerüchte zu vermeiden.

Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei, die sich allerdings unter anderem auch aus ermittlungstaktischen Gründen mit Aussagen zurückhält. So ist noch unklar, in welcher der aus drei Häusern bestehenden Einrichtung der mögliche Missbrauch passierte. Im „Heideschlößchen“ werden derzeit etwa 64 Kinder im Alter von bis zu drei Jahren betreut, im Haus „Wirbelwind“ rund 100 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Das dritte Haus, der Hort „Sonnenschein“, befindet sich direkt neben der Michendorfer Grundschule.

Unklar ist auch, ob der verdächtige Mitarbeiter zum pädagogischen Personal der Kindertagesstätte gehörte. Er war nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort freigestellt worden und wurde bereits von der Polizei vernommen.

„In Absprache mit dem zuständigen Träger haben wir alle eventuell betroffenen Eltern über die derzeit vorliegenden Erkenntnisse im gebotenen Maße informiert“, sagte Polizeisprecher Oliver Bergholz am Montag. Man wolle sich jetzt auch an die Kinder wenden und sie „kindgerecht zur Sache befragen“.

An der Aufarbeitung des Missbrauchsverdachts ist auch das Brandenburgische Jugendministerium beteiligt. „Der Träger hatte uns in der letzten Woche entsprechend der Meldepflichten über die Vorwürfe in Kenntnis gesetzt“, sagte Ministeriumssprecher Florian Engels. Die Gemeinde werde dabei beraten, wie sie und ihr Kitapersonal mit dem Verdacht „professionell und angemessen“ umgehen könne. Bisher habe der Träger „völlig richtig und transparent gehandelt“, so der Ministeriumssprecher.

Gegen den Verdächtigen liegt bislang kein Haftbefehl vor, es handele sich – so ein Polizeisprecher – um einen Anfangsverdacht.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben