Berlin : Mierendorffplatz: Widerstandskämpfer gab den Namen

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Ursprünglich trug der Platz den Namen des schwedischen Königs Gustav Adolf. Doch 1950 wurden das Areal und eine der dahin führenden Straßen nach dem SPD-Politiker Carlo Mierendorff (1897 bis 1943) benannt. Der Reichstagsabgeordnete und Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime war 1933 verhaftet und dann fünf Jahre lang in Konzentrationslagern gefangen gehalten worden; später kam er in Leipzig bei einem Bombenangriff ums Leben.

Der Bau des "Viertels für einfache Leute", so die Zielsetzung, hatte 1887 begonnen. Der heutige Platz blieb allerdings lange eine Brachfläche. Erst 1912 entwarf Stadtgartendirektor Erwin Barth die denkmalgeschützte Grünfläche mit Platanen, Rhododendronbüschen, Laternen, Blumengarten, Spielplatz und einem Fontänenbrunen in einem kleinen Rondell. Barth ist auch als Schöpfer weiterer Charlottenburger Grünanlagen wie Brixplatz, Savignyplatz und Volkspark Jungfernheide bekannt geworden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Platz stark beschädigt. Als Ende der 70er Jahre die U-Bahnlinie 7 (heute: Rathaus Spandau - Rudow) verlängert wurde, musste wegen der offenen Bauweise fast die gesamte Grünanlage abgetragen werden. Anschließend folgte jedoch eine Rekonstruktion, bei der auf Barths Pläne zurückgegriffen wurde. Im vorigen Januar verliehen Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) und die landeseigene Gesellschaft "Grün Berlin" dem Charlottenburger Naturschutz- und Grünflächenamt den "Gustav-Meyer-Preis" - eine Auszeichnung für Verdienste in der Parkpflege, die nach dem ersten Berliner Stadtgartendirektor benannt ist.

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