Berlin : Mieser Deal

Gerd Nowakowski

Bürokraten sind einfallslos? Von wegen. Auf welche Gedanken die Verwaltung kommen kann, lehrt uns das Bezirksamt Pankow. Dort lässt man einen allein lebenden vierzehnjährigen Flüchtling Heroin verkaufen und kürzt ihm dafür den Zuschuss zum Lebensunterhalt – weil er ja Nebeneinkünfte hat. Darauf muss man erst mal kommen. Kein Gedanke daran, den mehrfach beim Dealen von der Polizei gefassten – und wieder freigelassenen – Jungen statt ins Hotel in eine geschlossene Einrichtung zu stecken. Das ist innovativ. Bislang haben wir in Berlin nämlich nur andersherum diskutiert: Auch wenn die Eltern versagen, verhindert das im Grundgesetz verankerte Erziehungsrecht, dass strafunmündige Kriminelle aus der Familie genommen werden können. Jetzt könnte Pankow, weil es keine Eltern gibt, will aber nicht. Mehr als höflich zu bitten, nicht kriminell zu sein, könne man nicht tun, heißt es in Pankow. Bei solch harter Ansage kriegen die Übeltäter sicher mächtig Angst. Die Polizei wird sich freuen. So schafft man zukunftssichere Arbeitsplätze: bei der Kripo in der Abteilung Intensivtäter. (Seite 10)

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