Berlin : Mieten steigen langsamer

Investitionsbank: Auftrieb hat sich leicht verringert Neu gebaut wird vor allem für besser Verdienende

Die Mieten sind in den letzten zehn Jahren in Berlin doppelt so schnell gestiegen wie die Einkommen. Und in der Stadt wuchs die Zahl der Haushalte zwischen 1998 und 2009 erheblich schneller als das Angebot neu gebauter Wohnungen. Dies geht aus dem neuen Bericht über den Wohnungsmarkt hervor, den die landeseigene Investitionsbank Berlin (IBB) am Donnerstag vorgestellt hat. Allerdings hat sich den Verfassern der Studie zufolge der Anstieg der Mieten zuletzt auf weniger als ein Prozent verringert.

Gebaut werden laut Mathias Kämmer von der IBB teure Wohnungen oder Häuser in guten Lagen: an der Rummelsburger Bucht zum Beispiel oder im Bötzowviertel. Das „größte Einfamilienhausgebiet Deutschlands“ entstehe in Hellersdorf, wo Bewohner mit guten Einkommen aus den Plattenbauten in nahe gelegene Wohnquartiere umziehen. Die meisten Wohnungen oder Häuser werden verkauft. Ausnahmen seien Häuser, die auf Zielgruppen zugeschnitten sind, zum Beispiel auf Senioren. In Zehlendorf-Eiche oder am Rathaus Tempelhof entstanden solche Wohnhäuser. Aber auch Genossenschaften zählen zu den Bauherren.

Mehr als die Hälfte aller Wohnungen in Berlin sind für sechs Euro pro Quadratmeter und Monat oder weniger zu mieten. Nebenkosten kommen dazu. Und nur ein Viertel aller Mietwohnungen ist für weniger als fünf Euro zu haben. Die Mietspannen schwanken stark je nach Wohnlage. In bürgerlichen Bezirken wie Charlottenburg kostet fast die Hälfte der Wohnungen über sieben Euro pro Quadratmeter und Monat und sogar jede fünfte Wohnung kostet mehr als acht Euro. Ähnliche Entwicklungen seien in Steglitz-Zehlendorf und Pankow zu beobachten – und in Kiezlagen wie Friedrichshain.

Auf der Berliner Landkarte liegen die teuren und begehrten Wohnungen in einem Streifen, der die zentralen Quartiere der Innenstadt abdeckt und wie eine umgekehrte Banane aussieht: Sie reicht von Pankow über die Spandauer Vorstadt, das Regierungsviertel, Wilmersdorf und Charlottenburg bis zum Grunewald.

Der für Mieten beim Senat zuständige Thomas Brand sprach von „einer Normalisierung“ auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Wer sich die teuren Mieten im Zentrum nicht leisten könne, müsse eben in günstigere angrenzende Quartiere umziehen. Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD), sagte: „Von einer angespannten Marktlage kann nicht gesprochen werden, da der Wohnungsmarkt nur durch eine moderate Mietenentwicklung gekennzeichnet ist.“ ball

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