Mietpreise : Frühere Sozialwohnungen nicht viel teurer

Vier Jahre nach dem Ausstieg des Landes Berlin aus der Förderung des sozialen Wohnungsbaus zeichnen sich offenbar keine gravierenden Preissteigerungen ab.

Berlin - Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung haben die Wohnungseigentümer darauf verzichtet, die Sozialmiete auf die höhere so genannte Kostenmiete anzuheben, die zwischen 10 und 20 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (kalt) liegt.

Thomas Brand, Referatsleiter für Mieten und Wohnungspolitik in der Stadtentwicklungsverwaltung, sagte der Berliner Zeitung, die durchschnittliche Miete der betreffenden Sozialbauten belaufe sich derzeit auf 5,35 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Mieterhöhung für die Mieter einer Wohnung, für die die öffentliche Förderung gestrichen wurde, liege durchschnittlich bei 64 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche.

Kleinere Wohnungsunternehmen vor dem Aus

Das Land Berlin war im Jahr 2003 aus der Wohnungsbauförderung ausgestiegen. Der Senat hatte wegen der prekären Finanzlage Berlins entschieden, dass es für die ab 1986 errichteten rund 28.000 Sozialwohnungen nach Ablauf einer 15-jährigen Förderung keine weitere Mittel mehr geben werde. Für diese Wohnungen hätte das Land Berlin anderenfalls bis zum Jahr 2026 rund 2,4 Milliarden Euro an Fördergeldern zahlen müssen. Große Wohnungsunternehmen und Genossenschaften haben den Wegfall der Förderung mit eigenen Mitteln ausgeglichen, vielen kleineren Unternehmen gelang dies indes nicht. 69 Unternehmen haben Insolvenz angemeldet. Zu einer Zwangsversteigerung von Sozialwohnungen sei es bislang jedoch nicht gekommen. "2007 wird es die ersten Fälle geben", kündigte Brand an. (tso/ddp)

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