Berlin : Mietpreise ziehen drastisch an

Bauausschuss diskutiert über neues Gesetz

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Die Mieten in Berlin steigen unaufhörlich. Im Vergleich zum Vorjahr müssen Berliner bis zu 14 Prozent mehr für gemieteten Wohnraum bezahlen, sagte ein Sprecher des Immobilienportals „Immowelt“ am Mittwoch. Vor allem in angesagten Bezirken wie Mitte, Prenzlauer Berg oder Friedrichshain erhöhten sich die Mieten demnach deutlich. Den billigsten Wohnraum bekommt man derzeit in Marzahn. Nur dort sanken auch die Mieten.

Den Angaben zufolge stieg der Quadratmeterpreis bei Mietwohnungen in Mitte um neun Prozent auf elf Euro pro Quadratmeter, in Prenzlauer Berg um 14 Prozent auf 9,20 Euro und in Friedrichshain um 13 Prozent auf 8,10 Euro. Der Mieterverein bestätigte den Preisanstieg, sieht aber eher ein Plus von zehn Prozent bei Neuverträgen als realistisch an, bei bestehenden Verträgen fünf Prozent.

Mit der Entwicklung des Berliner Wohnungsmarkts befasste sich am Nachmittag auch der parlamentarische Bauausschuss. Diskutiert wurde unter anderem der überarbeitete Entwurf für ein neues Wohnraumgesetz. Dazu gab es eine Anhörung mit Vertretern von Mieter- und Vermieterseite. Demnach wurden die Änderungen in dem Gesetzentwurf vorrangig zulasten der Mieter gemacht. Die Vertreter zweier Wohnungsbauverbände zeigten sich zufrieden mit dem Entwurf, während der Geschäftsführer des Mietervereins, Reiner Wild, und Sebastian Jung von Bündnis Berliner Sozialmieter das geplante Gesetz kritisierten. Speziell ging es dabei um die Bewohner von Sozialwohnungen. Der heftige Anstieg bei den Mietpreisen ist zum Teil auf den Wegfall der Preisbindung bei Sozialwohnungen zurückzuführen. Vermieter von Sozialwohnungen können, sofern ihre Wohnungen aus der staatlichen Förderung gefallen sind, die Mieten kräftig erhöhen und tun dies auch – oft, um Mieter loszuwerden. Denn diese können sich die verlangten Quadratmeterpreise von bis zu 19 Euro nicht leisten und ziehen dann aus. Danach wird renoviert und zu einem höheren Preis neu vermietet. Der Gesetzentwurf befreit Mieter nicht von diesem Problem, sondern räumt ihnen nur eine längere Frist ein, damit umzugehen. Das kritisierte der Mieterverein. Fatina Keilani

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