Mietrebellin aus Berlin-Reinickendorf : Oma Anni ist tot

Bekannt wurde sie als Mietrebellin und als Plakatmotiv im vergangenen Berliner Wahlkampf. Jetzt ist Anni Lenz gestorben.

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So wird sie in Erinnerung bleiben. Oma Anni ist tot.
So wird sie in Erinnerung bleiben. Oma Anni ist tot.

Anni Lenz, auch bekannt als Oma Anni, ist tot. Das teilte die Berliner Linke in einer Traueranzeige via Twitter mit. Demnach ist Lenz in der Nacht vom 27. Dezember auf den 28. Dezember im Alter von 95 oder 96 Jahren gestorben. Die neue Landesvorsitzende der Linke, Katina Schubert und Felix Lederle, Bezirksvorsitzender der Partei in Reinickendorf, würdigten Lenz als "Symbolfigur des Widerstands für den unbeugsamen Kampf von Mieterinnen und Mietern um ihr Zuhause und gegen Verdrängung."

Die Rentnerin wohnte mehrere Jahrzehnte in der Siedlung Am Steinberg in Reinickendorf. 2014 wurde Lenz häufig als Fallbeispiel zitiert und fotografiert, als sie sich gegen die Sanierung und Mietenerhöhung in ihrem Viertel engagierte ("Die kriegen mich hier nicht raus"). Ein privater Investor hatte das Gelände gekauft und bewarb es im Internet als Projekt "Stonehill Gardens". Einige Mieten sollen durch Modernisierungen von knapp 400 auf 1700 Euro ansteigen. Die Verhandlungen zwischen Mietern und Eigentümer laufen noch immer.

Im letzten Wahlkampf stritten sich SPD und Linke über Oma Anni

Ihren letzten großen Auftritt hatte Oma Anni im Wahlkampf um das Berliner Abgeordnetenhaus. Auf einem Wahlplakat der Linken wurde die Rentnerin als "Mietrebellin" gewürdigt, darunter die Zeile: "Oma Anni bleibt - Die Linke". Auch wenn Anni Lenz eingewilligt hatte, an der Linken-Kampagne mitzuwirken, gehörte ihr Herz jedoch einer anderen Partei. "Ich war immer SPD, das bleib' ich auch", sagte sie damals dem Kurier. Die SPD reagierte prompt und reklamierte Lenz für sich - am meisten Aufmerksamkeit gewann dadurch aber vor allem Oma Anni.

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