Berlin : Mieze mag Picasso

Prominente zeigen ihr MoMA-Lieblingsbild: Die Sängerin von Mia schwärmt für „Mädchen vor einem Spiegel“

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Ab heute stellen Prominente im Tagesspiegel regelmäßig ihre Lieblingswerke aus der MoMAAusstellung vor. Den Anfang macht Sängerin Mieze von der Berliner Punkband Mia: Ihr Favorit ist das Bild „Mädchen vor einem Spiegel“ von Pablo Picasso.

„Picasso und ich, wir haben den gleichen Farbgeschmack: Das Bild ist das strahlendste in der ganzen Ausstellung. Als ob es gestern gemalt worden wäre, dabei ist es von 1932.

Ich fühle mich aber auch gespiegelt in dem Bild. Nicht, weil ich denke: So sehen wir das morgens alle mal, wenn wir in den Spiegel schauen. Ich glaube, Picasso hat die Frau auf dem Bild in einem sehr mutigen Moment aufgenommen: dem Augenblick, in dem sie sich entschließt, ihr Inneres anzuschauen. Diese Situation kenne ich; ich habe auch selbst das Gefühl, dass ich mich immer besser kennen lerne, immer mehr in mich hineinwachse. Auf jeden Fall hat man das Gefühl, die Frau schaut in Abgründe. Das meine ich positiv. Ich glaube, es ist gut, wenn man sein Innenleben kennen lernt. Und ich spüre auch keine Wertung von Picasso in dem Bild. Der hat ja viele Frauen ziemlich mies behandelt, ihnen die ganze Energie geraubt. Aber die Frau auf dem Bild stellt er nicht negativ dar, die Frau auf dem Bild ist schön: Die runden Formen und das junge Gesicht. Wenn man das mit anderen Frauenbildern von ihm vergleicht – da sind die Frauen viel krasser dargestellt, total kantig und hässlich.

Was die Frau in dem Spiegel sieht? Ich glaube nicht, dass es etwas Schlimmes ist. Das Spiegelbild hat ja mit der blauen Farbe um ihren Körper eine ganz schöne Aura. Obwohl, in der roten Stirn und dem roten Auge könnte man auch was von Wahnsinn sehen. Man weiß ja nicht, was bei ihr los gewesen ist an dem Tag.“ ase

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