Berlin : Migranten engagieren sich im Kiez

Menschen ausländischer Herkunft engagieren sich zunehmend in ihrem Kiez – jedenfalls wenn sie türkischer oder arabischer Herkunft sind. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hervor. „Diese Studie zeigt, dass wir es schaffen, die unterschiedlichsten Nationen im Kiez anzusprechen“, sagte Staatssekretärin Hella Dunger-Löper am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie.

Die Wissenschaftler hatten in 12 Stadtvierteln mit hohem Ausländeranteil überprüft, wer sich im Kiez an der Arbeit des Quartiersmanagements beteiligt. Das Ergebnis sei in zumindest einem Punkt ermutigend: Türken sind mit 16 Prozent, Araber mit fünf Prozent in den Quartiersmanagementbeiräten vertreten. Das entspreche etwa ihrem Bevölkerungsanteil in den jeweiligen Kiezen. Dagegen würden Vertreter anderer Ethnien oder Nationen zu wenig oder gar nicht erreicht. So liegt der Anteil der übrigen Nichtdeutschen in den Quartiersbeiräten bei nur 24 Prozent, obwohl sie teilweise fast jeden zweiten Bewohner der untersuchten Viertel stellen. Das Fazit der Studie fällt deshalb nicht nur positiv aus: „Eine nachhaltige Aktivierung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund erfordert einen hohen Zeit- und Personalaufwand. Beides steht im Quartiersmanagement zurzeit nicht ausreichend zur Verfügung“.

Die Wissenschaftler empfehlen deshalb, die Bewohner ausländischer Herkunft noch stärker zu aktivieren, indem quartiersbezogene Netzwerke gefördert werden. So sollen unter anderem Kooperationen mit Moscheevereinen, der evangelischen Kirche und mit Bildungseinrichtungen stärker berücksichtigt werden. Verbessert werde außerdem die Besetzung der Managementteams, in denen mindestens ein Mitglied ausländischer Herkunft sein soll. ball

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