Berlin : Migranten werden wieder Deutsche Innensenator bietet Hilfe für ausgebürgerte Türken

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Mehrere tausend überwiegend türkischstämmige Migranten haben in Berlin ihre deutsche Staatsbürgerschaft verloren, weil sie nach ihrer Einbürgerung wieder ihre alte Staatsbürgerschaft angenommen haben. Denn nach dem neuen Staatsbürgerschaftsrecht, das seit Januar 2000 in Kraft ist, sind zwei Pässe für Einwanderer aus NichtEU-Ländern verboten. Doppelstaatler verlieren automatisch ihren deutschen Pass. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) möchte den Betroffenen nun unbürokratisch entgegenkommen. Wenn sie sich spätestens bis zum 31. August bei der Ausländerbehörde melden, können sie wieder eine Aufenthaltserlaubnis bekommen, erklärte er am Freitag. Schließlich halten sie sich als scheinbare Deutsche ohne die Erlaubnis der Behörden in der Stadt auf. Auch für Kinder muss die Einbürgerung neu beantragt werden, betonte Innensenator Körting.

Nach Einschätzung von türkischen Verbänden haben 4000 bis 5000 eingebürgerte Türken ihre deutsche Staatsangehörigkeit verloren, weil sie nach dem 1. Januar 2000 wieder einen türkischen Pass beantragt haben. Wenn die Betroffenen jetzt um eine Aufenthaltserlaubnis ansuchen, können sie anschließend in einem beschleunigten Verfahren wieder den deutschen Pass beantragen, sagte der Innensenator. Auf die finanzielle Überprüfung und den Sprachtest werde dabei verzichtet. Allerdings prüften die Behörden erneut zwingende Ausweisungsgründe, wie etwa die Verstrickung in verfassungsfeindliche Aktivitäten und die rechtskräftige Verurteilung wegen mehrerer Straftaten. Türkische Verbände wie der TBB und die Türkische Gemeinde zu Berlin empfehlen den Betroffenen, sich an den Stichtag zu halten, um Komplikationen zu vermeiden. suz

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