Mildes Wetter, frühe Ernte : Der Spargel schießt schon aus dem Boden

Jeden Tag ein paar Millimeter länger: Schon in zwei Wochen gibt es die ersten Stangen aus der Region. Die Preise steigen nur zum Saisonstart.

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Weiße Ware. Bald werden auch auf Brandenburgs Feldern die Stangen geerntet, die wie hier in Niedersachsen bereits aus dem Boden gucken. Foto: Holger Hollemann/dpa
Weiße Ware. Bald werden auch auf Brandenburgs Feldern die Stangen geerntet, die wie hier in Niedersachsen bereits aus dem Boden...Foto: Holger Hollemann/dpa

Die Liebhaber des Spargels können sich freuen: Spätestens Ende März und damit zwei Wochen vor dem offiziellen Saisonstart beginnt die Ernte. „Die Sonne vollbringt in diesen Tagen ein kleines Wunder“, sagt der Chef des Beelitzer Spargelvereins, Manfred Schmidt. „Sie erwärmt die Sandwälle über dem Spargel so stark, dass die Pflanzen jeden Tag um mehrere Millimeter wachsen.“ Dennoch soll der feierliche Saisonstart nicht vorgezogen werden.

Die ersten Erntemengen stammen meist von größeren Betrieben, die auf einem Großteil ihrer Felder wärmende Folien spannen. Für kleinere Höfe ist dieser Aufwand zu groß. Beim Verkaufsstart ist nach Schmidts Worten noch mit relativ hohen Preisen zu rechnen, etwa 13 bis 14 Euro je Kilo. Doch schon zur Eröffnungsfeier am 15. April könnten sie sich bereits im normalen Bereich bewegen: bei 7 bis 8 Euro.

Bei Anrufen auf den Beelitzer Spargelhöfen sprechen alle Chefs und Mitarbeiter durchgängig vom „frühesten Erntebeginn“ in der 20-jährigen Brandenburger Spargeltradition. In den Jahrzehnten davor spielten die weißen Stangen keine Rolle, waren die Felder doch fast ausschließlich dem Getreide, Kartoffeln oder Futterpflanzen vorbehalten.

Frühlingsbilder aus Berlin
Turtelnde Tauben im blühenden Kirschbaum. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Berliner Frühlingseindrücke an leserbilder@tagesspiegel.de. Foto: Denise SchellackWeitere Bilder anzeigen
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07.05.2015 10:10Turtelnde Tauben im blühenden Kirschbaum. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Berliner Frühlingseindrücke an...

Den Sonnenschein in diesem Frühjahr betrachten die Spargelbauern als „gerechten Ausgleich für die Verluste im Vorjahr“. Damals hatten langer Frost und Schnee im März das Pflanzenwachstum so stark verzögert, dass es nicht einmal für die geladenen Gäste des Saisonauftaktes genügend Spargel gab. Man half sich damals mit griechischem aus, der die Preise und damit die Geschäftserlöse rund um Beelitz bestimmte. Diesmal haben Brandenburgs Bauern die Nase vorn.

Inzwischen bauen einige Spargelbetriebe auf den Feldern sogar kleine Gewächshäuser. Dazu kommt über die schwarze Folie, die die Wärme der Sonne in den Damm leitet, in etwa zehn Zentimetern Höhe noch eine auf einer Drahtkonstruktion hängende zweite Plane. Diese ist durchsichtig und ermöglicht eine Temperatur bis 30 Grad Celsius und höher. Die Spargelstange wächst bei 15 bis 25 Grad Celsius am besten. Traditionell dauert die Spargelsaison bis zum 24. Juni. Am Johannistag heißt es dann: „Kirschen rot, Spargel tot.“ Da die Natur aber derzeit rund zwei bis drei Wochen ihrer Zeit voraus ist, könnte die Kirschernte diesmal schon viel früher beginnen.

Beelitz bereitet sich schon auf das große Spargel-Fest vor

Auf jeden Fall gibt es in der Spargelzeit wieder viele Veranstaltungen. Im südlich Berlins gelegenen Beelitz laufen bereits die Vorbereitungen auf das große Spargelfest, den Höhepunkt in jeder Saison. Vom 30. Mai (Freitag) bis 1. Juni (Sonntag) verwandelt sich das Zentrum der Kleinstadt wieder in eine große Bühne für Künstler, Chöre und Orchester. An allen Ecken wird dann erntefrischer Spargel angeboten. Eigens zum Fest öffnen die Alte Brauerei, der Schmiedehof und die Alte Posthalterei ihre Tore für Besucher. Dazu kommen an allen Tagen ein Kunst-, Handwerks- und Gewerbemarkt. Wer will, kann sich mit einer historischen Postkutsche durch die Straßen und zu den gleich hinter den letzten Häusern beginnenden Feldern fahren lassen.

Frühlingszeit, Fahrradzeit
Sonne, milde Temperaturen und die ersten Krokusse – der Frühling kündet sich an. Jetzt bringt auch Fahrradfahren wieder Spaß. Wer sich in Berlin so auf den Drahtesel schwingt, sehen Sie hier. Riana Manske (23) aus Schöneberg hat ein recyceltes Fahrrad - es besteht aus Resten. „Mein Schwager ist in unsere Garage gegangen und hat dort diesen Rahmen gefunden. Am Ende hatte er aus allen möglichen Fahrrädern, die herumstanden und nicht benutzt wurden, ein neues zusammengebaut“, sagt die Studentin. Sie selbst hat es noch mit Stickern verschönert. Es sei das einzige Rad, das ihr noch nicht geklaut wurde. Foto: Alice EppAlle Bilder anzeigen
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07.03.2014 16:53Sonne, milde Temperaturen und die ersten Krokusse – der Frühling kündet sich an. Jetzt bringt auch Fahrradfahren wieder Spaß. Wer...
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