Berlin : Milliarden für schlechteren Service Zugfahrt nach Hannover dauert künftig länger

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Das ist Bahnlogik: Mit einem Milliardenaufwand aus Steuergeldern lässt sie ihr Netz in Berlin ausbauen – und am Ende haben hunderttausende potenzielle Fahrgäste aus den westlichen Bezirken das Nachsehen. Weil Bahnchef Hartmut Mehdorn nach der Eröffnung des Hauptbahnhofes 2006 auf den Halt der Fernzüge im Bahnhof Zoo verzichtet, verlängert sich die Reisezeit Richtung Hannover für diese Kunden. Statt in 1.31 Stunden ist man künftig erst in 1.58 Stunden in Hannover. Einst hatte die Bahn den Bau der teuren Schnellfahrstrecke nach Hannover mit Fahrzeitverkürzungen begründet.

Man wolle im Bahnhof Zoo nicht mehr halten, weil man dadurch bei anderen Verbindungen vier Minuten spare, so die offizielle Begründung. Außerdem will man dadurch Fahrgäste zum Hauptbahnhof locken. Dennoch empfiehlt ihre Reiseauskunft, bei der Fahrt Richtung Westen den Hauptbahnhof zu meiden. Stattdessen soll man mit der Regionalbahn nach Spandau fahren und dort 25 Minuten auf den ICE warten, der kurz vorher ohne Stopp durch den Bahnhof Zoo gefahren ist. Wer von dort erst mit der Regionalbahn zum Hauptbahnhof fährt und dann in den ICE steigt braucht laut Fahrplan sogar 2.01 Stunden. Die Teilnehmer einer Diskussion am Montag in der TU konnten die Bahnpläne nicht nachvollziehen.

Die frühere Pfarrerin Helga Frisch setzt sich weiter für einen Halt der Züge ein. Über 80 000 Unterschriften hat sie nach eigenen Angaben bereits gesammelt. An der Humboldt-Universität prüfe ein Gutachter, ob juristische Schritte gegen die Bahn möglich sind. kt

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