Berlin : Milliardenschäden durch Wirtschaftskriminalität

In Berlin entstehen nach Presseberichten durch Wirtschaftskriminalität jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Allein im vergangenen Jahr seien dadurch in der Hauptstadt rund 1,15 Milliarden Mark (588 Mio Euro) verloren gegangen, sagte Peter Krüger von der Gewerkschaft der Polizei in einem Interview. Dabei handele es sich lediglich um die Summe aus den aufgedeckten Taten. Nur jede zehnte Straftat in dem Bereich werde aber überhaupt bekannt.

Nach Ansicht des stellvertretenden Bundesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Holger Bernsee, gibt es zu wenig Kripobeamte für die Bekämpfung von Wirtschaftsdelikten. Es fehle vor allem an Bilanzbuchhaltern, Betriebsprüfern und Computerspezialisten, die in der Lage seien, das beschlagnahmte Material auszuwerten.

Die Vorsitzende der Vereinigung Berliner Staatsanwälte, Vera Junker, sagte, um einen Fall vor der Verjährung zu retten, müsse oft auf wichtige Anklagepunkte verzichtet werden. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Berlin schiebt nach ihren Angaben permanent einen Berg von 3400 unbearbeiteten Fällen vor sich her.

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