Berlin : Millionen Briefe verspätet

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Heute Vormittag werden die Briefkästen wieder gut gefüllt sein. In den vier Verteilzentren der Post wurden gestern die Sendungen aufgearbeitet, die durch den befristeten Streik liegen geblieben waren. „Wir schaffen das. Die Post wird einen Tag später zugestellt werden“, sagte Barbara Scheil, Sprecherin bei der Deutschen Post AG. Gut fünf Millionen Briefsendungen konnten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi durch ihre Protestaktionen nicht ausgetragen werden. Von Dienstagnachmittag bis Mittwochmorgen war die Arbeit niedergelegt worden. Rund 720 Beschäftigte nahmen an dem Warnstreik teil. Im Rahmen der diesjährigen Tarifrunde hatte Verdi zu der Aktion aufgerufen, um der Forderung nach einer Tariferhöhung in Höhe von 6,5 Prozent Nachdruck zu verleihen. Am Montag sollen die Verhandlungen zwischen der Post und der Gewerkschaft wieder aufgenommen werden. Unklar ist bisher, ob Berlin vorher noch einmal von befristeten Arbeitsniederlegungen betroffen sein wird. Sollte es bei den Verhandlungen zu keiner Einigung kommen, schätzt Helmut Jurke, Fachbereichsleiter bei Verdi, die Streikbereitschaft als sehr hoch ein. „Die Leute stehen voll hinter der Forderung der Gewerkschaft“, sagt Rebecca Huhmann, Betriebsratsvorsitzende der Niederlassung in Tempelhof-Schöneberg. Die Beschäftigten hätten das Gefühl, dass der Druck immer stärker werde, sagte Huhmann. Es mache sich bemerkbar, dass in den letzten zehn Jahren durch steigende Automatisierung erheblich Personalabgebaut worden sei. Nach Jurkes Angaben fiel bundesweit seit 1992 mehr als ein Drittel aller Stellen weg. In Berlin und Brandenburg hat die Post derzeit rund 25 000 Beschäftigte. Sigrid Kneist

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