Mini-Stellplätze für Pankow : Mehr Platz durch Querparken

Zu viele Autos, zu wenig Stellfläche – nun hat die Pankower SPD eine Idee, um der Parkplatzsuche ein Ende zu setzten: Plätze zum Querparken extra für kleine Wagen. Anwohner befürchten, dass Familien benachteiligt werden.

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Dicht an dicht. Ganz so effizient wie auf diesem Parkplatz eines Automobilwerks werden die Smarts vermutlich auch in Zukunft in Prenzlauer Berg nicht parken. Aber vielleicht wird ja ein bisschen Platz am Straßenrand eingespart. Foto: dpa
Dicht an dicht. Ganz so effizient wie auf diesem Parkplatz eines Automobilwerks werden die Smarts vermutlich auch in Zukunft in...Foto: dpa

Im Winsviertel in Prenzlauer Berg stehen die Autos dicht an dicht. Anwohner drehen auf der Suche nach einem Parkplatz vergeblich ihre Runden. Ein Antrag der Pankower SPD soll Abhilfe schaffen: Die Idee des Bezirksverordneten Roland Schröder sieht „Mini-Stellplätze“ vor, auf denen nur Autos unter einer Länge von 3,75 Metern abgestellt werden dürfen. Der Antrag wird nun in der Straßenverkehrsbehörde des Bezirks geprüft.

Wird der Vorschlag durchgesetzt, könnte er schon bald als Modellversuch auf den Straßenzügen rund um die Winsstraße getestet werden: Kleine Automodelle wie der Smart, der Citroen C-Zero oder der BMW Mini dürften auf ausgewiesenen Mini-Stellplätzen auch dann quer parken, wenn die anderen Autos längs zur Fahrtrichtung stehen. Aus je zwei normalen Parkplätzen sollen so vier Kleinstparkplätze werden. Laut Schröder könnte auch geprüft werden, ob die Mini-Parkplätze insbesondere für Carsharing-Anbieter ausgewiesen werden können, da viele Anbieter für ihren Service kurze Fahrzeuge nutzen.

Durch seinen Antrag will Schröder erreichen, dass es insgesamt mehr Stellplätze gibt. Die seien besonders an verschiedenen Kreuzungen, etwa an der Ecke Belforter Straße/Kolmarer Straße dringend nötig. Hier nämlich seien zuvor viele Parkplätze weggefallen, da auf vielen Straßen die Parkrichtung von Quer- auf Längsparken geändert worden sei.

Dass die neuen Querparkplätze für Mini-Autos die Parksituation wirklich entspannen könnten, hält zumindest der ADAC für fragwürdig. Vielmehr stört sich die Interessenvertretung der Autofahrer an der Bevorzugung von Fahrern kleiner Wagen, die sie hier sieht: „Eine Privilegierung beim Parken nach Fahrzeuggröße würde all die Autofahrer in ihrer Mobilität erheblich einschränken, die auf ein größeres Fahrzeug angewiesen sind“, sagt Jürgen Grieving vom ADAC. „Dies widerspricht dem Gemeingebrauch der Straße.“ Stattdessen plädiert er dafür, durch Quartiersgaragen zusätzlichen Parkraum zu schaffen.

Auch manche Anwohner sind angesichts der Idee skeptisch. Für „absurd“ hält sie eine junge Frau, die mit ihrem VW-Bus mitten auf der Straße parkt, um ihn in Windeseile mit Möbeln zu beladen. „Keine von den jungen Familien in unserer Straße nutzt einen Smart. Diese Regelung wäre nur gut für Singles, Touristen und Gutverdiener.“

Anders sieht das Rucinski Miroslan, der beruflich oft in Prenzlauer Berg mit dem Auto unterwegs ist: „Das klingt doch nach einer guten Idee. Solche Mini-Parkplätze könnten helfen, den Parkraum effektiver zu nutzen“, sagt er. Seine bisherigen Erfahrungen fasst er mit den Worten zusammen: „Parken im Prenzelberg – das können Sie momentan vergessen.“ Am 21. Mai wird klar sein, wie es weitergeht: Dann entscheidet die Bezirksverordnetenversammlung über den Antrag.

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