Berlin : Minutenweise

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VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über

UBahnfahren in Entenhausen

Richtig auf Tempo kam Daisy Duck in Entenhausen eigentlich nur, wenn sie schimpfend und zeternd hinter Donald her war. Aber das ist kaum der Grund, weshalb die BVG ihren leuchtenden U-Bahn-Wegweisern den Namen der resoluten Entendame gab. „Dynamisches Auskunfts- und Informationssystem“ klang einfach nicht flott genug. Und wäre daher Situationen wie der folgenden ganz und gar unangemessen, geht es doch auch hier um Tempo, Dynamik, Hast: Spät dran auf dem U-Bahnhof Krumme Lanke? Kein Problem, schließlich warten gleich zwei Züge auf ihre Abfahrt, die laut Daisys strahlenden Hinweisen in fünf und elf Minuten erfolgen soll. Dem Eiligen fällt da die Wahl leicht, ohnehin muss jetzt rasch eine Entscheidung getroffen werden, weil in diesem Moment überraschenderweise über Lautsprecher die Mitteilung kommt, dass es jetzt gleich Richtung Warschauer Straße losgehe. Also hinein in den Zug mit der kürzeren Wartezeit, fünf Minuten vergehen mitunter ja wie im Flug, da scheint die metallische Mahnung zur Eile nicht unberechtigt … und in diesem Moment gehen die Türen auch schon zu, leider im Zug gegenüber. Prompt setzt er sich in Bewegung. Warte, warte noch ein Weilchen, dann kommt Daisy auch zu dir …

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