Missbrauch : Sexualtäter erneut vor Gericht

Wegen Missbrauchs muss sich ein bereits einschlägig verurteilter Angeklagter vor dem Berliner Landgericht verantworten. Er soll die Tochter seiner Lebensgefährtin zweimal sexuell belästigt haben.

Berlin - Der 39-Jährige wird beschuldigt, sich 2005 und 2006 an dem Mädchen vergangen zu haben. Er soll die 8-Jährige nach einem Kinobesuch in einem Park sexuell belästigt, und in einem weiteren Fall in der Treptower Wohnung sogar gefesselt haben.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist der 39-Jährige für die Allgemeinheit gefährlich, da er einen Hang zu solchen Straftaten habe. Der Mann war bereits 1999 wegen Missbrauchs zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Angeklagter will "Vaterersatz" gewesen sein

Im Prozess ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger mitteilen, sich dem Kind "niemals sexuell" genähert zu haben. Wäre er schuldig, würde er "wie damals" zu seiner Schuld stehen. Er glaube jedoch nicht, dass das Mädchen bewusst lüge, sondern gehe davon aus, dass es Wirklichkeit und Fantasie vermische.

Nach eigenen Angaben hatte der Angeklagte die Mutter des Kindes während seiner Haftzeit über einen Mitgefangenen kennen gelernt. Nach seiner Entlassung 2003 zog er bei der Frau ein. Das Mädchen, das bei den Großeltern lebte, habe er nur ab und zu gesehen. Er habe ein gutes Verhältnis zu dem Mädchen gehabt und sei wie ein "Vaterersatz" gewesen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. (tso/ddp)

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