Berlin : Missglückte Landung: Flugzeug schoss über die Landebahn hinaus

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Glimpflich verlief gestern auf dem Flughafen Tempelhof die missglückte Landung einer Privatmaschine aus Hamburg. Das Flugzeug vom Typ "Cessna Citation" mit zwei Piloten an Bord schoss über die Landebahn hinaus und blieb im Rasen stecken. Dabei knickte nach Angaben von Flughafensprecher Eberhard Elie das Bugrad um. Die Piloten blieben unverletzt. Nach dem Unfall musste der Flughafen um 10.21 Uhr erneut gesperrt werden, um die Maschine bergen zu können. Zuvor war er bereits wegen des Schneefalls eine halbe Stunde dicht. Ein Spezialkran der Flughafenfeuerwehr aus Schönefeld konnte die Maschine gegen 13.30 Uhr wieder auf die Landebahn ziehen. Der Flugverkehr wurde dann zunächst nur auf der Nordbahn wieder aufgenommen, um 15 Uhr wurde auch die zweite Piste freigegeben.

Warum die Maschine über die Piste hinausgeraten war, werde noch untersucht, sagte Elie. Die Landebahn sei vom Schnee geräumt und voll funktionsfähig gewesen. Augenzeugen vermuten, dass die Piloten zu spät zur Landung angesetzt haben.

Vor Pilotenfehlern, die zu größeren Unglücken führen können, fürchtet sich auch Anne Schmidt von der Bürgerinitiative, die für die Schließung des Flughafens eintritt. Die Initiative wehrt sich deshalb gegen den Plan des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen, Tempelhof auf Dauer zumindest für Privatpiloten offen zu halten. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Michael Cramer, bezeichnete den Unfall als "letzten Warnschuss" für die Politik. Tempelhof müsse schnell geschlossen werden.

Im Februar 1999 war ebenfalls bei einer Privatmaschine beim Ausrollen nach der Landung das Fahrwerk abgebrochen. 1996 machte eine Maschine eine Bauchlandung, weil sich das Fahrwerk nicht ausfahren ließ. In Tegel hatte 1997 ein Air-France-Pilot sein Flugzeug ins Erdreich gesteuert.

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