Berlin : Misshandlung: Schüler stundenlang von fünf Jugendlichen gequält

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Ein 16-jähriger Schüler aus Charlottenburg ist von fünf Jugendlichen stundenlang äußerst brutal misshandelt worden. Die Polizei nahm am Montagabend drei Jugendliche im Alter von 16, 18 und 20 Jahren fest, die im Verdacht stehen, den 16-Jährigen am Sonntag mit zwei weiteren, bislang noch unbekannten Tätern gezwungen zu haben, ihnen in eine Wohnung zu folgen, wo das Opfer geschlagen und sexuell missbraucht wurde. In den Vernehmungen sagten die Jugendlichen aus Charlottenburg und Reinickendorf, sie hätten den 16-Jährigen als Opfer gewählt, weil sie hofften, bei ihm auf geringen Widerstand zu stoßen.

Ein Ermittlungsrichter erließ gegen das Trio Haftbefehl wegen besonders schwerer Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind sie teilweise geständig. Die Polizei hat den Fall erst jetzt veröffentlicht, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wie es hieß. Auch die Staatsanwaltschaft hielt sich bedeckt.

Das junge Opfer kannte einige der Täter nach eigener Darstellung oberflächlich. Am Sonntag gegen 15.30 Uhr war es auf dem Hof einer Charlottenburger Schule von fünf Jugendlichen bedrängt worden. Der 16-Jährige wurde bespuckt und unter der Drohung, man würde ihm andernfalls ein Bein brechen, gezwungen "zu tanzen", teilte die Polizei mit. Drei der Täter zwangen ihn anschließend, mit verbundenen Augen in eine Wohnung am Klausenerplatz mitzukommen. Dort schlugen die drei Peiniger den Jugendlichen mehrfach. Sie nötigten ihn sexuell und drückten Zigaretten auf seiner Haut aus. Im Verlauf des Abends kamen die beiden anderen Jugendlichen in die Wohnung. Erst gegen Mitternacht wurde der 16-Jährige aus der Wohnung geführt und am Bahnhof Westend freigelassen.

Noch in der Nacht erstattete das Opfer in Begleitung seiner Eltern Anzeige. Am Dienstagabend erkannte es drei der mutmaßlichen Täter auf der Reichsstraße. Sie wurden von der Polizei festgenommen und vernommen. Das Motiv der Tat blieb "im Unklaren", hieß es. Nach den beiden anderen Tätern wird "mit Hochdruck" gefahndet.

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