Berlin : Mit 14 Jahren hat schon jeder Dritte Cannabis geraucht

Einstiegsalter sinkt auch bei Zigaretten und Alkohol. Erstmals seit Jahren wieder mehr Drogentote

Sabine Beikler

Mit elf Jahren die erste Zigarette, mit 14 das erste Glas Alkohol und wahrscheinlich den ersten Joint: 31 Prozent aller befragten Berliner Schüler in den 9. und 10. Klassen haben bereits vor dem 15. Lebensjahr Erfahrungen mit Cannabis gemacht. „Der Konsum illegaler Drogen wie Cannabis ist in Berlin nahezu doppelt so hoch wie im übrigen Bundesgebiet“, sagte Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei) am Montag bei der Vorstellung des Berliner Drogen- und Suchtberichts 2005. Ein Grund dafür sei die leichte Beschaffung von Cannabis. Knake-Werner und Gesundheitsstaatssekretär Hermann Schulte-Sasse warnten davor, dessen Konsum zu verharmlosen.

Um auf die Gefahren so genannter weicher Drogen aufmerksam zu machen, müssten schon frühzeitig soziale Verhaltensweisen bei Kindern beobachtet und trainiert werden. „Schon im Kita-Alter solen die Kinder anfangen zu lernen, wie man zum Beispiel mit Belastungen gut umgeht, um nicht später zu Drogen greifen zu müssen“, sagte Schulte-Sasse.

Auch die Zahlen für Alkoholkonsum in jungen Jahren sind alarmierend. Dreiviertel aller befragten Schüler gaben an, in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken zu haben: Dabei überwiegt der Konsum von Alcopops, gefolgt von Wein, Bier und anderen Spirituosen. Und mehr als 21 Prozent haben in den zurückliegenden 30 Tagen auch „ein bis zwei Rauscherfahrungen mit Alkohol“ gemacht.

Die Zahl der Drogentoten ist im Vorjahr nach rückläufigem Trend in den Vorjahren erstmals wieder gestiegen. 2003 starben in Berlin 189 Menschen an Drogenkonsum, im vergangenen Jahr waren es 192. Die Ursachen seien „nicht eindeutig feststellbar“, sagte Knake-Werner. Es habe unter anderem mit der Stoffqualität der angebotenen Drogen und ihrer Kombination zu tun: Bei 151 Drogentoten stellte man eine Misch-Intoxikation aus zwei Substanzen fest. Ecstasy hat laut Knake-Werner bei den Todesfällen „keine große Rolle“ gespielt. Auch die gefährliche Designerdroge „Crystal“ sei bisher in Berlin nur wenig aufgefallen. (www.berlin.de/sengsv/drogen_und_sucht/)

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