Berlin : Mit 210 PS in den Tod

Der Aufprall war hart, der neue Audi brach auseinander. Wieder einmal war ein junger Mann zu schnell gefahren

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Er wollte einmal ein richtig schnelles Auto fahren – und fuhr damit seinen Freund tot. Der 22jährige Adrian S. kam am Montagabend auf dem Tempelhofer Weg in Neukölln mit einem 210 PS starken Audi A3 S3 (Spitze über 240 km/h) ins Schleudern und prallte gegen einen geparkten Laster. Der Audi wurde in zwei Teile gerissen. Beifahrer Kevin F. (22) wurde aus dem Auto geschleudert und starb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen, Adrian S. konnte von der Feuerwehr wiederbelebt werden. Er liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus. Den 31 000 Euro teuren Sportwagen hatte S. von seiner Freundin. Diese wiederum hatte sich den Wagen von ihrem Vater ausgeliehen. An der „Probefahrt“ der beiden 22-jährigen Männer hatte die junge Frau zu ihrem Glück nicht teilgenommen. Offenbar wusste ihr Vater auch nicht, dass sie den Wagen an ihren Freund weiterverlieh.

S. war deutlich zu schnell unterwegs. Wie schnell er genau über den nassen und teils vereisten Tempelhofer Weg gerast war, konnte die Polizei gestern nicht sagen. In einer leichten Rechtskurve hatte er die Gewalt über den Sportwagen verloren. Nachdem er gegen den Laster geprallt war, wurde das Auto quer über die Straße gegen ein Gitter geschleudert. Die Wucht war so groß, dass die Fahrzeugteile im Umkreis von 50 Metern verstreut wurden.

Für die Polizei sind 18- bis 25-jährige Autofahrer ein Problem. Ihnen fehle es an Fahrerfahrung, und sie wollten oft vor Freundin oder Kumpel mit ihrem vermeintlichen Können protzen, sagte der für Verkehrsangelegenheiten bei der Polizei zuständige Michael Zeilbeck. Hauptunfallursache bei den 18- bis 25-jährigen Autofahrern ist ein zu geringer Sicherheitsabstand, gefolgt vom unvorsichtigen Fahrstreifenwechsel und Wenden.

Tödlich verlaufen aber meist die Unfälle, bei denen der Fahrer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit die Gewalt übers Auto verliert. Wie am 2. März vergangenen Jahres, als ein 23 Jahre alter Fahrer auf der vereisten Fahrbahn der Storkower Straße in Prenzlauer Berg gegen ein Baum rast. Seine drei 18 bis 24 Jahre alten Mitfahrer sterben, er selbst überlebt schwer verletzt. „Mit sehr hoher Geschwindigkeit“ verlor nach Auskunft von Zeilbeck am 12. Mai 2002 ein 23-jähriger Mann auf dem Stadtring die Gewalt über sein Motorrad und prallte gegen die Leitplanke. Er starb am Unfallort. Tödliche Verletzungen erlitt auch eine 19-Jährige, die am 27. Mai 2002 viel zu schnell die Heerstraße in Charlottenburg entlang fuhr. Ihr Wagen geriet auf die Gegenfahrbahn und prallte mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Die junge Frau starb, die Insassen im anderen Fahrzeug wurden verletzt.

Die Kontrollen der Polizei haben ergeben, dass rund jeder zehnte Autofahrer schneller als erlaubt fährt. Die Statistik der Polizei unterscheidet dabei nicht nach dem Alter der Fahrer. Allerdings gibt es einige beliebte „Rennstrecken“ in der Stadt: den Columbiadamm zum Beispiel. Der Spitzenreiter raste dort vergangenes Jahr mit 112 km/h durch den Radarstrahl.weso

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