Mit 231 km/h durch Berlin : Bußgeld für Boxer Abraham nach Bleifuß-Fahrt

Mit 231 km/h raste Arthur Abraham in seinem Ferrari im vergangenen September über die Stadtautobahn. Jetzt wurde der Boxer in Abwesenheit zu Bußgeld und Fahrverbot verurteilt.

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Arthur Abraham hat den Streckenrekord geknackt - auf dem Weg zur Verleihung der Goldenen Henne wurde dabei von der Polizei erwischt.
Arthur Abraham hat den Streckenrekord geknackt - auf dem Weg zur Verleihung der Goldenen Henne wurde dabei von der Polizei...Foto: ddp

Blitzartig röhrte ein schwarzer Ferrari an einem zivilen Videowagen der Polizei vorbei. Der Fahrer scheuchte per Lichthupe andere Autos vor ihm von der linken Spur. Der Mann mit dem Bleifuß war Profiboxer Arthur Abraham. Er raste mit 231 Stundenkilometern über die Stadtautobahn und war damit 151 km/h zu schnell. Der neue Berliner Rekord in Sachen Geschwindigkeitsüberschreitung und eine weitere Raserei sollten am Mittwoch vor Gericht verhandelt werden. Doch von Abraham keine Spur. Da kassierte er eine Niederlage in Abwesenheit.

Ruhig saß der Rechtsanwalt vor dem Verkehrsrichter. „Ich weiß nicht, wo mein Mandant ist“, gab er zu Protokoll. Dabei war es der frühere Boxweltmeister im Mittelgewicht, der den Prozess erzwungen hatte. Zwei Bußgeldbescheide wollte Arthur Abraham (32) nicht akzeptieren und legte Einspruch ein. Für den Kampf vor Gericht aber hätte der Ferrari-Fahrer schon persönlich erscheinen müssen.

Seinen „Streckenrekord“ stellte er am Abend des 28. September 2011ein . Arthur Abraham, der auch „King Arthur“ genannt wird, hatte einen wichtigen Termin. Er wollte zum Stage-Theater am Potsdamer Platz. Dort wurde die „Goldene Henne“ verliehen. Er gab Gas. Bis er gegen 19.30 Uhr hinter sich Martinshorn und Blaulicht bemerkte. Die Polizeibeamten leiteten ihn von der Autobahn. Seinen Führerschein durfte Abraham behalten.

Geräuschlos war dagegen eine mutmaßliche Raserei des Profiboxers auf der Frankfurter Allee in Lichtenberg am 18. Mai letzten Jahres festgestellt worden. 38 Stundenkilometer soll Abraham zu schnell gewesen sein. Es gibt ein Foto, das ihn als Fahrer eines dunklen BMW zeigt. Die Bußgeldbescheide kamen dann Schlag auf Schlag im Herbst.

2000 Euro sowie drei Monate Fahrverbot wurden für die Bleifuß-Fahrt im Ferrari verhängt, 480 Euro sowie zwei Monate Fahrverbot für die Sache in Lichtenberg. Hinzu kämen Punkte in Flensburg. Weil Abraham nicht zum Prozess kam, entschied der Richter: „Der Einspruch wird abgewiesen.“ Rechtskräftig allerdings sind die Bescheide nicht. Abraham kann innerhalb von einer Woche eine Wiedereinsetzung beantragen. Er müsste dann eine stichhaltige Erklärung für sein Fehlen vorbringen. Es könnte einen neuen Termin geben. Am Ende aber wird der Boxer wohl für eine Weile auf Spritztouren im Ferrari verzichten müssen. K. G.

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