Berlin : Mit Ahornblatt

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Fünf Jahre noch – und alles würde umgekrempelt. Geahnt hat das 1984 noch keiner. Die Stadthälften wuchsen immer mehr auseinander, getrennt durch eine Grenze, die durch eine rote Linie nur unzureichend symbolisiert ist. Denn an manchen Stellen war gar nicht so klar, wo der Westen aufhörte und der Osten anfing. Es gab den Mauerstreifen mit seinen gestaffelten Sicherheitssystemen, dazu vor der Mauer vielerorts noch das so genannte Unterbaugebiet. Und es gab das LennéDreieck, das erst 1988 zum Westen kam: ein umzäunter Zacken, der nordwestlich des Leipziger Platzes aus der Mauerlinie heraussprang. Manches, was damals noch das Stadtbild prägte, ist jetzt weggerissen. So das Ahornblatt auf der Fischerinsel (knapp rechts von der Bildmitte). Auch das Stadion der Weltjugend (links der Bildmitte, oberster Ostzipfel) wurde weggeräumt. An die Stelle des Schlosses ist der Palast der Republik getreten. Im Westen hatte der Sport- dem Sozialpalast zu weichen, knapp über dem Wege-Oval des Kleistparks (links unten). Der Stern des Zellengefängnisses Moabit, links von Humboldthafen und Lehrter Stadtbahnhof, ist weggeräumt, nicht zu verwechseln mit dem des Untersuchungsgefängnisses Moabit, unterhalb des Kriminalgerichts in der Turmstraße, wo Karl May 1911 seinen letzten Sieg errang. Das Büro der Produktionsgesellschaft, die seine Romane 1920 erstmals verfilmen sollte, befand sich an der Friedrichstraße, nahe des heutigen Mehringplatzes. Damals hieß das Rondell am Landwehrkanal (Bildmitte unten) noch Belle-Alliance-Platz. ac

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