Berlin : Mit aller Macht

Für die Star-Wars-Protagonisten fängt der Alltag an: mit Dreharbeiten und Heavy-Metal-Konzert

Matthias Oloew

So oft hat er den Satz aufsagen müssen, dass George Lucas spontan, als er sich Mittwoch früh im Roten Rathaus ins Gästebuch eintragen sollte, nichts anderes einfiel, als ihn noch einmal zu wiederholen: „Möge die Macht mit euch sein“ steht da nun also zu lesen.

Der Besuch im Amtszimmer Klaus Wowereits und die persönliche Führung des Regierenden Bürgermeisters durch das Rathaus mit seinem Wappen- und dem Säulensaal hat den Schöpfer der „Krieg- der-Sterne“-Saga beeindruckt. So sehr, dass der Terminplan durcheinander geriet und Lucas zehn Minuten später als geplant wieder im Marriott-Hotel ankam. Dort warteten bereits Christopher Lee und Produzent Rick McCallum. Alle drei waren gut gelaunt bei der anschließenden Pressekonferenz, die sie als einen der letzten Punkte auf ihrem Programm rund um die Deutschlandpremiere des neuen und letzten Teils der Science- fiction-Filmserie absolvierten. Kein Wunder, schließlich wurden die Herren überall gefeiert, wo sie gerade auftraten. Applaus gab’s sogar zu Beginn der Pressekonferenz.

Lucas, zum ersten Mal in Berlin, war zwar nicht zu Tränen gerührt, wie in Cannes, wo der Film in der letzten Woche seine Europapremiere feierte. Aber hin und weg war er schon über die Begeisterung der Fans vor dem Kino und im Saal, als sie spontan aufsprangen und applaudierten, während er auf die Bühne kam. Dass er dann noch die Goldene Leinwand mit Stern und Diamant des Hauptverbandes der Filmtheater bekam, war dann nur noch die Cocktailkirsche auf dem Sahnehäubchen. Jetzt, da die letzte feierliche Premiere vor dem offiziellen weltweiten Kinostart am heutigen Donnerstag gelaufen ist, sei er in jedem Fall erleichtert, sagte Lucas gestern: „Erleichtert, weil es mir gelungen ist, das letzte Teil des Puzzles fertig zu stellen.“

Während die drei Herren ihre Pressekonferenz gaben, standen die beiden Hauptdarsteller Natalie Portman und Hayden Christensen bereits wieder vor der Kamera. Portman in Babelsberg, wo sie seit einigen Wochen den Thriller „V for Vendetta“ dreht. Für ihre Rolle musste sie sich die Haare scheren lassen. Christensen dreht in Italien „The Decamaron“ und wird demnächst noch ein Paket aus Berlin bekommen. Darin steckt dann ein neuer Hugo-Boss-Anzug seiner Größe. Boss hatte Christensen das gleiche Modell für die Premiere in Berlin zur Verfügung gestellt, aber es war mit der Konfektionsgröße 94 zu klein. Das von Adidas gestellte Paar Schuhe hingegen passte.

Der 82-jährige Christopher Lee hingegen hatte sich für Berlin mehr Zeit genommen und plauderte über seine Rollen, seine Musik (im Juli will er mit einer Heavy-Metal-Band in Nürnberg auftreten) und über seine Stunts. Im aktuellen Film drehte er fast alles ohne Double, „vor allem den Sprung mit der Rolle vorwärts musste ich lange üben“, scherzte er.

Bei so viel guter Laune blieb George Lucas am Schluss nur noch das zu sagen, was er immer wieder gebeten wurde zu sagen: „Möge die Macht…“

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