Berlin : Mit Baseballkeule halb tot geprügelt

Lebensgefährlich verletzter Mann wurde Sonntag früh auf dem S-Bahnhof Baumschulenweg gefunden

Jörn Hasselmann

Ein 34-Jähriger ist in der Nacht zu Sonntag mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen auf dem S-Bahnhof Baumschulenweg gefunden worden. Das einzige verständliche Wort, das er einem Feuerwehrmann sagen konnte, war „Baseballschläger“. „Vom Verletzungsbild passt das“, sagte ein Ermittler: „Es war ein harter stumpfer Gegenstand.“ Der Mann erlitt mehrere Schädel- und Kieferbrüche sowie schwere Augenverletzungen.

Zeugen oder Hinweise auf die Tat gibt es nicht, das Motiv ist der Kripo rätselhaft. Fahrgäste hatte das blutüberströmte Opfer Sonntagmorgen kurz nach zwei Uhr am Fuß der Treppe zum Bahnsteig C in der Eingangshalle gefunden und die Feuerwehr alarmiert. Die Polizei gab den Fall erst am Dienstag bekannt und sucht jetzt dringend Zeugen. Nach Angaben eines Ermittlers gibt es keinerlei Hinweise, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte. Das Opfer Frank J. „war ein ganz normaler junger Mann“, sagte ein Kriminalbeamter, nicht vorbestraft und bisher völlig unauffällig. Da er sein Geld noch bei sich hatte, sei Raub als Motiv wenig wahrscheinlich.

Da auf dem Bahnsteig C, an dem die S-Bahnen Richtung Neukölln und Treptower Park halten, einige Tropfen Blut gefunden worden, könnte Frank J. auf dem Bahnsteig zusammengeschlagen worden sein. Möglich ist aber auch, dass der Mann im Zug so zugerichtet wurde und Baumschulenweg ausstieg, um Hilfe zu suchen. Der S-Bahnsteig hat zwar eine Aufsicht, die jedoch den Treppenbereich nicht einsehen kann. Das Ergebnis der Untersuchung der Blutspuren vom Bahnsteig liegt noch nicht vor; der 34-Jährige könnte auch auf der Straße überfallen worden sein. „Wir wissen eigentlich gar nichts“, sagte ein Ermittler. Auch die Tatzeit ist offen. Da zu späten Nachtzeiten die Züge teilweise in großen Abständen fahren, kann Frank J. dort schon einige Zeit gelegen haben. Das Opfer wurde im Krankenhaus Neukölln in ein künstliches Koma versetzt, er sollte am Dienstag operiert worden sein.

Von Interesse für die Kripo sind nicht nur Beobachtungen im oder in der Nähe des Bahnhofs, sondern auch von Auseinandersetzungen in Zügen oder auf einer vor Baumschulenweg liegenden Station. Hinweise erbittet die Kripo unter der Telefonnummer 2932 6861.

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