Mit Blaulicht unterwegs : Falsche Polizisten zeigten echten die Kelle

Und nun zu Neuigkeiten aus der Kategorie "richtig dumme Idee": In Friedrichshain waren vermeintliche Polizisten mit Blaulicht unterwegs - bis sie auf echte Beamten trafen.

Foto: dpa/Patrick Pleul

In Friedrichshain haben Polizeibeamte in der Nacht zu Sonnabend vier besonders dreist auftretende Männer gestoppt. Zivilfahnder fuhren gegen 3.15 Uhr in der Silvio-Meier-Straße, als sich ein Ford ihrem Einsatzfahrzeug von hinten mit Blaulicht näherte. Der Ford-Fahrer fuhr dabei sehr dicht auf den Vorausfahrenden auf, gab unentwegt Lichthupe und setzte schließlich zum Überholen an. Beim Vorbeifahren hielt sein Beifahrer den Beamten eine leuchtende Polizeikelle entgegen. Die vier Insassen gestikulierten hierbei wild in Richtung der verdutzten Beamten. Da die Polizisten nun nicht mehr an die Echtheit der vermeintlichen Kollegen glaubten, setzten sie dem sich schnell entfernenden schwarzen Focus nach.

Am Boxhagener Platz sahen die Beamten, wie der Wagen einen Fußgänger beinahe erfasste, die Insassen den Mann noch beschimpften und dann rücksichtslos weiterfuhren. Schließlich fand die Fahrt in der Modersohnstraße ihr Ende, als mit Hilfe weiterer Polizeistreifen der Fahrer gestoppt werden konnte. Möglicherweise hatten die vier ihre Fahrt mit einer sogenannten Dashcam aufgezeichnet, da die Beamten im Fahrzeug neben der Kelle und einem blauleuchtenden Frontblitzer auch die Kamera sicherstellten. Bei einer Atemalkoholmessung stellten die Beamten bei dem 33-jährigen Fahrer 1,8 Promille fest und brachten den Mann deshalb zur Blutentnahme. Zwei seiner 28 bis 30 Jahre alten Begleiter konnten gehen, während sich sein 30-jähriger Beifahrer wegen Amtsanmaßung einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterziehen musste. Das Fahrzeug war nicht versichert. Deshalb muss sich der Fahrer nicht nur wegen Nötigung und Verkehrsgefährdung, sondern auch wegen fehlender Pflichtversicherung verantworten.

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