Berlin : Mit Computern auf Talentsuche

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Benedikt ist ein „Webwohner“. Im Internet findet er sich bestens zurecht. Dass das seine besondere Stärke ist, weiß der Schüler erst, seitdem das Talentmobil an seiner Schule, dem Sartre-Gymnasium in Hellersdorf, war.

Das Talentmobil ist das erste von 30 Pilotprojekten der Innovationsinitiative „Chancenrepublik Deutschland“, die auf der diesjährigen Computermesse „Cebit“ von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Microsoft gestartet wurde. Das Unternehmen fördert die Projekte mit technischer Infrastruktur und je 100 000 Euro. In Berlin hat Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) die Schirmherrschaft des Talentmobils übernommen. Im Rahmen des Pilotprojektes werde im Laufe des Jahren an 25 Berliner Schulen ein Projekttag durchgeführt, sagte Ralf Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft. „Ziel ist es, am Ende ein Talentpaket für alle 850 Berliner Schulen und Medienkompetenzzentren zu verabschieden, damit alle auf das Angebot zurückgreifen können.“

Online-Tests, internetbasierte Lernmodule, Rollenspiele zum Thema sozialer Umgang im Netz: Das Talentmobil-Team will Heranwachsende mit Hilfe digitaler Medien dabei unterstützen, die eigenen Talente und Kompetenzen zu erkennen. „Das ist für Jugendliche nicht immer leicht“, sagte Jutta Schneider, Projektleiterin im Förderverein für Jugend- und Sozialarbeit, der das Talentmobil betreibt.

Netzbewohner, Redekünstler, Mannschaftsspieler, Baumeister, Ideensprudler oder Wegweiser: Seine Schlüsselkompetenzen zu kennen, sei für Schüler besonders in der Berufsvorbereitung wichtig, sagte Schneider. „Da der Umgang mit Computern und dem Internet zum Alltag der Jugendlichen gehört, nutzen sie ihre Medienerfahrung an Projektagen intuitiv, um die gestellten Aufgaben zu erfüllen.“ Die Lerninhalte setzten sie dabei entsprechend der Kenntnisse der Schüler ein. Auch Verantwortung im Netz sei ein Thema. „Wir machen beispielsweise ein Rollenspiel zum Thema Cybermobbing, bei dem sich die Schüler spielerisch mit Umgangs- und Lösungmöglichkeiten beschäftigen“, sagte Schneider.

Das Talentmobil-Team ist in Schulen ab der Klasse neun, in Sportvereinen und Jugendzentren aktiv. „Das Projekt ist eine Möglichkeit, junge Menschen direkt zu erreichen, und bereichert das Landesprogramm jugendnetz-berlin.de“, sagte Zöllner. Die seit zehn Jahren aktive jugendpolitische Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, das Internet für Heranwachsende in Berliner Jugendeinrichtungen nutzbar zu machen. In allen Bezirken werden dabei so genannte Medienkompetenzzentren gefördert, die gemeinsame Projekte zwischen Jugendeinrichtungen und Schulen unterstützen. Hadija Haruna

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