Berlin : Mit dem Benzin wird das Taxi teurer Gewerbe diskutiert über neues Tarifsystem

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Berlins Taxifahrer wollen wegen der hohen Kraftstoffpreise mehr Geld von ihren Fahrgästen verlangen. In welcher Form, ist unter den TaxiOrganisationen umstritten. Diskutiert wird eine allgemeine Tariferhöhung oder ein befristeter Kraftstoffzuschlag zwischen 50 Cent und einem Euro pro Fahrt. Die Meinungen bei den Gewerbevertretungen sind geteilt: Die Taxi-Innung will neue Tarife, Taxiverband, Taxivereinigung und der Landesverband der Personenverkehrsunternehmen Berlin Brandenburg (LZP) ziehen einen befristeten Zuschlag vor. Die beiden offiziellen Taxigewerbe-Vertretungen, Taxi-Verband und Innung, werden sich in der kommenden Woche noch einmal zu klärenden Gesprächen treffen.

„Unsere Kosten sind seit der letzten Tarifangleichung in Jahr 2001 um bis zu 17 Prozent gestiegen. Jetzt kommen noch die hohen Spritpreise dazu“, sagt Innungs-Vorsitzender Wolfgang Wruck. Die Taxi-Vereinigung ist gegen eine Tariferhöhung ebenso der Taxi-Verband (TVB). TVB-Vorsitzender Manfred Günther kann sich einen befristeten Zuschlag von 50 Cent vorstellen, „weil dadurch die Taxameter nicht gegen Gebühr umgestellt werden müssen“. Burkhard Bründel vom LZP will einen Zuschlag von einem Euro pro Fahrt.

Die Senatsverkehrsverwaltung habe „Verständnis für die Nöte“ der Unternehmen, sagte Sprecherin Manuela Damianakis. Problematisch aber sei, dass die Interessenvertretungen noch keine einheitliche Linie hätten. Ob ein Zuschlag rechtlich möglich sei, müsse geprüft werden. Die Sprecherin wies darauf hin, dass wegen der Erweiterung des Pflichtfahrgebietes rund um den Flughafen Schönefeld die Taxi-Verordnung zum Anfang nächsten Jahres ohnehin geändert wird. Höhere Fahrpreise könnten deshalb in Kürze eventuell „in einem Aufwasch“ genehmigt werden.

An den Taxiständen wurde gestern die mögliche Preiserhöhung diskutiert. „Das schreckt Kunden ab“, sagten viele Fahrer. Auch müsse die mögliche Mehrwertsteuer-Erhöhung berücksichtigt werden. Taxen warten durchschnittlich eine dreiviertel Stunde auf Kunden, der Fahrpreis beträgt meistens um acht Euro.

Rainer Stock, Branchenkoordinator Verkehr bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), hat für die Probleme im Taxigewerbe auch Verständnis, fordert aber eine „Qualitätsoffensive“, die mit möglichen Erhöhungen einhergehen müsse. Auf ein einheitliches Gütesiegel konnte sich das Gewerbe bislang nicht verständigen. Deshalb wird die IHK laut Stock ab November ein Pilotprojekt mit der Taxi-Vereinigung und dem Quality Funk starten: Nach Kursen über Stadtgeschichte, Umgangsformen sowie Tarifrecht erhalten die Fahrer eine Urkunde – und die Wagen werden als „Qualitätstaxi“ gekennzeichnet. sib/C.v.L.

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