Berlin : Mit dem Hausfrauentarif wird’s nach 10 Uhr billiger

Monatskarte für BVG und S-Bahn mit 25 Prozent Rabatt. Schülertickets werden teurer, Einzelfahrscheine günstiger – gelten aber nur für eine Strecke

Klaus Kurpjuweit

Fahrten mit Bahnen und Bussen werden vom nächsten Jahr an für viele billiger, für andere aber auch teurer. Neu ist eine etwas günstigere Monatskarte, die werktags erst ab 10 Uhr gilt, am Wochenende aber ganztägig. Billiger wird der Einzelfahrschein im Stadtgebiet. Schüler dagegen müssen mehr bezahlen. Darauf haben sich gestern die Verkehrsbetriebe mit Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) geeinigt, der die Tarife genehmigen muss.

Einzelfahrschein: Der Preis sinkt im Tarifgebiet AB von 2,20 Euro auf 2 Euro. Allerdings gilt er dann nicht mehr zwei Stunden lang für beliebig viele Fahrten, sondern nur noch für eine direkte Fahrt zum Ziel. Wer es bisher schaffte, in zwei Stunden hin und zurück zu fahren, braucht für die Rückfahrt dann einen neuen Fahrschein. Die Gesamtfahrt kostet dann 4 Euro. Betroffen sind nach BVG-Angaben etwa 10 Prozent der Käufer von Einzelfahrscheinen. Unverändert bleibt mit 2,60 Euro der Preis für das ABC-Gebiet (Berlin und Umland) und der Preis der Kurzstrecke mit 1,20 Euro.

Umweltkarte: Der Preis steigt im Tarifgebiet AB um 9,4 Prozent von 58,50 Euro auf 64 Euro. Dafür darf man werktags nach 20 Uhr sowie am Wochenende einen Erwachsenen. Die bisherigen Premium-Karten werden abgeschafft.

Spar-Umweltkarte: Sie ist neu und wird 49,40 Euro kosten. Gültig ist sie von 10 Uhr an und am Wochenende ganztägig. Davon profitieren besonders Hausfrauen.

Schülerkarten: Mit 26 Euro wird dieses Ticket 2 Euro mehr kosten, für die Geschwisterkarte muss man mit 17 Euro einen Euro mehr bezahlen. Damit erhöht sich der Preis der Schülerkarte um 8,3 Prozent, bei der Geschwisterkarte sind es 6,25 Prozent.

BVG und S-Bahn wollen schnell wieder das Niveau erreichen, das vor der Preissenkung im August 2001 galt. Damals kostete die Karte umgerechnet 30,70 Euro. Der Senat streicht der BVG nämlich weitere Zuschüsse für den Schülerverkehr, was nach Angaben der BVG in Zukunft zu einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr führen wird.

Durch die von Strieder durchgesetzte Preissenkung hatte die BVG 26 Prozent mehr Schülerkarten verkauft. Dadurch stieg, nach einer komplizierten Berechnung nach dem Personenbeförderungsgesetz, auch der Zuschuss des Landes an die BVG. Sie hätte insgesamt etwa zehn Millionen Euro mehr erhalten müssen. Doch der Senat hat dieses Geld nicht in voller Höhe überwiesen, und spätestens im nächsten Jahr soll der Betrag durch eine andere Berechnungsmethode auch formalrechtlich gesenkt werden.

Durch die höheren Verkaufszahlen wurde die These bestärkt, dass es bei günstigen Preisen auch mehr Fahrgäste gibt. Jetzt erhofft man sich vor allem durch die „Spar-Umweltkarte“ Neukunden. Sie ist auch für Sozialhilfeempfänger gedacht, deren besonders günstiges Ticket gestrichen wird, weil der Senat von Januar an keine Zuschüsse mehr zahlt. Heute kostet die Sozialkarte noch 20,40 Euro.

Radmitnahme: Für den Transport des Rades muss grundsätzlich bezahlt werden. Bisher konnten Inhaber von persönlichen Fahrkarten, die ein Lichtbild hatten, ein Rad gratis mitnehmen. Bei der Einzelfahrt reicht dann der Ermäßigungstarif, während bisher ein Einzelfahrschein gelöst werden musste. Radmonatskarten kosten 5 Euro.

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