Berlin : Mit dem kann man Apfelsaft trinken

Don Felipe ganz locker in Berlin: Zuerst war er privat mit Freunden unterwegs, beim offiziellen Teil nahm er sich viel Zeit für seine Fans

Christine-Felice Röhrs

Das Geheimnis darum, was Prinz Felipe am Montag allein in Berlin unternommen hat, ist aufgeklärt. „Ich habe deutsche Freunde getroffen, mit denen ich in Washington studiert hatte, und sie haben mir die Stadt gezeigt“, hat er gestern Abend erzählt, beim Empfang nach der Eröffnung des spanischen Kulturinstituts Cervantes. Da stand der Prinz, ein Glas Apfelsaft in der Hand, und unterhielt sich nett mit allen, die den Mut hatten, ihn anzusprechen. Wieder, wie schon beim Konzertbesuch in der Philharmonie am Abend zuvor, hatte er offenbar gebeten, nicht soviel Aufhebens um seine Person zu betreiben und die Anzahl der Sicherheitskräfte klein zu halten.

Der spanische Thronfolger ist zum ersten Mal in Berlin. Mit seinen Freunden, die in der Nähe von Berlin leben, hatte Felipe am Montag schon „von allem ein bisschen“ gesehen, „ganz gemütlich, ganz ruhig“: das Mauermuseum zum Beispiel und ein paar Kunstgalerien. Er war extra schon am Sonntagabend angereist, um Berlin zunächst privat kennenzulernen. Erst am Dienstagmorgen begann dann der offizielle Part – und der wurde ebenfalls ganz entspannt. Zur Begrüßung am Morgen gab’s erst einmal ein kleines Kreischkonzert draußen vor dem Adlon. 100, meist weibliche Fans knipsten wie wild, und der Prinz lächelte in die Runde. Er störte sich auch nicht am Aufruhr, als er später in die Reichstagskuppel hinaufstieg, und die Fotografen sich brüllend überboten, um ein Lächeln zu bekommen. Jetzt fühle er sich erst richtig zu Hause, meinte er.

Nach dem Mittagessen mit Johannes Rau änderte Prinz Felipe dann ganz kurzfristig das Programm und beschloss, den für Mittwoch geplanten Spaziergang durchs Brandenburger Tor vorzuziehen. Klaus Wowereit erzählte am Abend, er habe den Prinzen am Adlon abgeholt und ihm dann spontan auch noch das Innere der DZ-Bank am Pariser Platz gezeigt, weil der Prinz sich für Frank O. Gehrys Architektur interessiert habe. „Das war ein angenehmer Nachmittag“, meinte Wowereit, denn Felipe sei „sehr sympathisch, sehr informiert und sehr locker“.

Die Eröffnung des Instituto Cervantes ist der Hauptgrund für den Staatsbesuch des Thronfolgers in Berlin. Die Kulturinstitute, in denen Sprachkurse und kulturelle Veranstaltungen angeboten werden, gibt es mittlerweile in 31 Ländern der Erde, doch das in Berlin ist eines der größten, mit 2700 Quadratmetern auf sechs Etagen. Nach der Eröffnung blieb der Prinz blieb noch bis halb acht und aß Shrimpshäppchen, während andere Gäste wie die Präsidentin der Goethe-Institute, Jutta Limbach, schon verschwunden waren. Danach ging der Abend für ihn mit einem Abendessen in der spanischen Botschaft weiter. Heute trifft er Kanzler Schröder.

Am Freitag, 21. März, lädt das Instituto Cervantes von 12 bis 19 Uhr zu einem Tag der offenen Tür. Adresse: Rosenstraße 18 - 19.

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