Berlin : Mit den Stars ins Kino gehen

Ab heute laufen nochmals die 42 besten deutschen Streifen des Jahres 2004 Im Filmpalast trifft man Schauspieler und die Jury

Arvid Kaiser

Der Kurfürstendamm ist zwar nicht der Sunset Boulevard, aber ein bisschen Hollywood-Atmosphäre kommt demnächst trotzdem nach Berlin: mit den „Lolas“, der deutschen Entsprechung zum „Oscar“. Bevor Kulturstaatsministerin Christina Weiss am 8. Juli den Deutschen Filmpreis – mit rund drei Millionen Euro Preissumme der höchstdotierte Kulturpreis im Land – vergibt, müssen die Filme ganz nach kalifornischem Vorbild nominiert werden: in Kategorien wie „bester Spielfilm“, „beste Regie“, „beste Kostüme“. Als „bester ausländischer Film“ dürfen auch US-Produktionen am Wettbewerb teilnehmen.

Nominiert werden die Filme von einer prominent besetzten Jury, aber das Kinopublikum in Berlin, Hamburg, Köln und München ist dabei. In diesen vier Städten werden alle 42 Spielfilme, die im Rennen sind, nochmal gezeigt, damit Juroren und Laien sich ein frisches Bild machen können. „Die Idee von Lola ist, wir sind alle gleich. Ob der Taxifahrer aus dem Wedding oder Jürgen Vogel ins Kino gehen – die schauen sich halt gemeinsam den Film an“, erklärt Christiane Teichgräber, Geschäftsführerin der noch jungen Deutschen Filmakademie, die zum ersten Mal das Festival ausrichtet.

Jasmin Tabatabai, Mitglied des Akademievorstands, übt sich zum Start des Lola-Festivals heute in der Rolle als Zuschauerin von Michael „Bully“ Herbigs Komödie „(T)raumschiff Surprise“. Wenn es nach dem Kassenerfolg geht, ist das ein heißer Anwärter auf den Preis.

Doch wie bei den Oscars bleibt auch die Verleihung der Lolas bis zum Schluss spannend. Die Deutsche Filmakademie hat sich vorgenommen, das Ansehen des deutschen Films zu verbessern und ein neues Selbstbewusstsein der Filmkünstler zu demonstrieren. Vielleicht reicht das Selbstbewusstsein nach den Preisen für „Good bye, Lenin“ und „Gegen die Wand“ auch, um einen kommerziell weniger erfolgreichen Film zu prämieren.

Auch bei den nächsten Vorführungen (immer um 17.45 Uhr im Filmpalast, Kurfürstendamm 225, Karten unter Telefon 883 85 51) mischt sich Prominenz unter die Kinobesucher: Morgen kommt die Autorin und Regisseurin Maren Ade, um ihren Film „Der Wald vor lauter Bäumen“ zu sehen. Zu „Der neunte Tag“ am Mittwoch haben sich mit den Schauspielern Ulrich Matthes und August Diehl und den Produzenten Eberhard Görner und Andreas Pflüger gleich vier am Film Beteiligte angesagt. Am Donnerstag sind Produzentin Maria Köpf und Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowski dabei, wenn ihr Film „En Garde“ gezeigt wird. Mitte Mai gibt es dann die sechs für den Preis nominierten Spielfilme nochmal zu sehen.

Programm und Festivalinfos online:

www.deutsche-filmakademie.de

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