Berlin : Mit der Firmenkasse nach Kanada Sellcom-Chefs flüchtig Etwa 900 Kunden geprellt

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Die Computerfirma Sellcom hat am Montag über einen Rechtsanwalt Insolvenzantrag beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Dort ist die Firma seit September 2004 als GmbH registriert. In den vergangenen Wochen hatte Sellcom in ganzseitigen Zeitungsanzeigen mit besonders günstigen Computern und Flachbildschirmen für 199 Euro geworben und dafür von den Kunden Anzahlungen kassiert. Aber die Ware ist nie ausgeliefert worden. Inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei wegen Betrugsverdachtes, die beiden 25 und 27 Jahre alten Geschäftsführer sind verschwunden. Sie halten sich vermutlich in Israel und Kanada auf. Einer der beiden soll seinen Kompagnon geprellt und mit der Firmenkasse durchgebrannt sein.

Beim Landeskriminalamt stapeln sich inzwischen die Anzeigen geprellter Kunden: Zwischen 850 und 900 sind es schätzungsweise – der bisher bekannte Schaden liegt bei über 100 000 Euro: „Bei uns landen die Anzeigen schuhkartonweise“, sagte ein Ermittler. Drei Geschäfte hatte Sellcom in Berlin eröffnet, ein vierter Laden sollte in den SpandauArkaden am 2. April eröffnet werden. Aber dazu kam es nicht. Das Spandauer Geschäft ist gar nicht erst mit Ware bestückt worden, die Filialen in Schöneberg und Wilmersdorf wurden über Nacht geschlossen. Kunden, die ihre bestellte Ware abholen wollten, erfuhren durch handgeschriebene Zettel an den Türen nur: „Aus Sicherheitsgründen geschlossen“.

Unter dem Vorwand, Monitore in Israel einkaufen zu wollen, reiste der 27-Jährige mit etwa 750 000 Euro in den Nahen Osten und tauchte dort unter. Sein 25 Jahre alter Kompagnon fuhr ihm nach, um ihn zurückzuholen. Der 27-Jährige konnte sich nach Tagesspiegel-Informationen aber vermutlich nach Kanada absetzen. Sein Geschäftspartner hält sich nach vorliegenden Informationen derzeit noch in Israel auf.weso

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