Berlin : Mit der Kraft der Musik

Peter Maffay startet sein Projekt „Begegnungen“

Matthias Jekosch

Peter Maffay scheint sich in seinem schicken, schwarzen Sakko nicht recht wohlzufühlen. Seine schwarze Lederhose und die schweren Stiefel deuten an, dass er andere Kleidung bevorzugt. Doch im überfüllten Zelt vor den Teldex-Tonstudios ist es so stickig, dass er schnell eine Entschuldigung hat, das Sakko abzulegen. Und bald kann er verkünden: „Wenn Sie sich jemals einen glücklichen Künstler vorstellen konnten: Er steht hier auf der Bühne.“

Die Freude rührt von seinem neuen CD-Projekt „Begegnungen – Eine Allianz für Kinder“. 14 Musiker aus 13 Ländern wirkten daran mit. Sie alle sind an diesem Montagabend in Lichterfelde anwesend, zur Feier der am 29. September erschienenen CD. Die südkoreanische Sängerin Mi Kyung Park kommt im bunten Kimono, Kia Ingenlath, die eine Hilfseinrichtung in Peru betreibt, hat sich in ihre grauen Haare Federn eingeflochten. Turbane und Scheichgewänder wechseln sich mit knappen Cocktailkleidern und Anzügen ab. Maffay wünscht allen Gästen, zu denen auch die Begum Aga Khan und Klaus Wowereit gehören, „trotz des ernsten Hintergrunds“ einen schönen Abend.

Denn bevor die Sektgläser klirrten, musste das Begegnungen-Projekt seinen Anfang nehmen. Maffay reiste dafür im Frühjahr in 14 Länder auf vier Kontinenten, um ein Netzwerk für Kinder zu knüpfen. „Egal in welchem Land man sich gerade befindet, die Kinder haben es am schwersten“, hat Maffay festgestellt. Die Künstler auf der CD sind alle eher nationale Berühmtheiten, die sich in ihrer Heimat schon länger sozial engagieren. Die jeweiligen Paten wie Schauspieler Woody Harrelson, Friedensnobelpreisträger Schimon Peres oder Maler James Rizzi sind hingegen weltbekannt. Auch Polittalkerin und Unicef-Botschafterin Sabine Christiansen ließ sich nicht lange bitten, die Patenschaft für Eritrea zu übernehmen: „Danke, dass du den Dirigentenpart übernommen hast, Peter. Ein super Job“, erklärte sie auf der Bühne. Selten, dass bei solchen Lobesworten eine Regung über das Gesicht Maffays huschte. Mit seinen meist runtergezogenen Mundwinkeln sieht er manchmal eher aus, als wolle er Kinder erschrecken. Wer aber sein Engagement kennt, für das er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, weiß, dass sie in ihm einen Mitstreiter gefunden haben. Mit der Peter-Maffay-Stiftung und der Tabaluga-Stiftung hat er zwei Organisationen ins Leben gerufen, die sich ganz dem Wohl des Nachwuchses verschrieben haben. Nun folgt das Begegnungen-Projekt, das bei der Präsentation zu Begeisterungsstürmen hinriss: Als nach der Dokumentation über Maffays Weltreise das Video zu „Children of the World“ gespielt wurde, ging der Saal in rhythmisches Klatschen über.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben