• Mit E-Gitarre und Ur-Klavier – Konzert für Bam Orientalisch-iranische Musik in allen Variationen erklingt am Samstag

Berlin : Mit E-Gitarre und Ur-Klavier – Konzert für Bam Orientalisch-iranische Musik in allen Variationen erklingt am Samstag

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Das erste Lied ist Iradj Bastami gewidmet. Vor zwei Jahren sang er auf einer Tournee in Berlin persische Folklore, doch in der Nacht zum 26. Dezember 2003 starb der 40jährige Musiker bei dem verheerenden Erdbeben in der iranischen Stadt Bam mitsamt seiner Familie unter den Trümmern. Die Folkloregruppe Bamdad stimmt das Gedenklied an zu Beginn eines großen Benefiz-Konzertes für die Erdbebenopfer am kommenden Sonnabend, 21. Februar, im Haus der Kulturen der Welt. Zahlreiche Vereinigungen von Iranern in Berlin laden dazu ein, sieben iranische Musikgruppen treten auf und bieten ein einmaliges Klangerlebnis: Sie spielen orientalisch-iranische Musik in allen Variationen – von Folklore über Rock, Pop, Klezmer bis zu besonders lebhaften aserbaidschanischen Melodien und Opern oder Operetten.

„Dieses Konzert ist der Höhepunkt des bisherigen Engagements aller in Berlin lebender Iraner für ihre Landsleute in der Region um Bam“, sagt der Vorsitzende des Vereins Iranischer Naturwissenschaftler und Ingenieure in Deutschland“, Nasser Kanani. Normalerweise hält er als Physikprofessor Vorlesungen an der Technischen Universität (TU) Berlin, aber in den vergangenen Wochen war er meist als Konzertveranstalter tätig. Er engagierte zusammen mit Kennern der iranischen Musikszene beispielsweise die Pop- Rock-Gruppe „Batschehye“. Übersetzt heißt das: „Kinder von Berlin“ – denn alle Bandmitglieder sind in iranischen Familien an der Spree aufgewachsen.

Auf die Bühne kommt auch „Ruhafsa“, eine persische Traditionsgruppe mit dem fellbespannten Saiteninstrument Tur und dem landestypischen Instrument Santur, eine Urform des Klaviers: Es hat 72 Saiten, die mit einem Holzklöppel angeschlagen werden. Mit dabei sind auch das Opernensemble Djammi Del Monte, die Klezmergruppe Gol-Ha, das Folklore-Ensemble Hamahang sowie fünf Musiker von Balaban, spezialisiert auf Melodien der etwa 20 Millionen im Iran lebenden Aserbaidschaner.

Die Einnahmen des Konzertes sollen den großen Sammeltopf aller iranischen und deutschen Erdbebenhelfer in Berlin weiter auffüllen und für konkrete Projekte verwendet werden. So wollen der Verein Iranischer Naturwissenschaftler und das Hilfskomitee Iranischer Vereine in Berlin ein Dorf für Waisenkinder aufbauen und Krankenhäusern helfen. Das Kinderdorfprojekt unterstützt auch der Tagesspiegel mit einem Teil der Einnahmen aus seiner Weihnachts-Spendenaktion „Menschen helfen“.

Außerdem gibt es in der Stadt noch die Initiative „Berlin für Iran“, an der sich der Arbeiter-Samariter-Bund, die Caritas, die Berliner Feuerwehr und etliche andere deutsche und iranische Organisationen beteiligen. Unter dem Strich sammelten sie bisher etwa 200000 Euro. Mit dem Geld wollen sie in einem Vorort von Bam eine Schule bauen. CS

Benefizkonzert am 21. Februar, ab 20 Uhr, im Haus der Kulturen der Welt (John-Foster-Dulles-Allee 10 im Tiergarten), Eintritt: 10 Euro. Spendenkonto für Iran: Der Tagesspiegel e.V., „Menschen helfen“ , Berliner Sparkasse, BLZ 10050000, Kto. 250030942.

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