• Mit Eisenschlamm gegen den Gestank Neues Verfahren soll Kanalisationsgerüche verringern

Berlin : Mit Eisenschlamm gegen den Gestank Neues Verfahren soll Kanalisationsgerüche verringern

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Ein neues Verfahren der Berliner Wasserbetriebe soll den Gestank aus der Kanalisation künftig vermindern: Übel riechende Schwefelverbindungen werden neutralisiert, indem mit Wasser verdünnter Eisenschlamm in die Kanalisation gelassen wird. Eisen wandelt Schwefelwasserstoff in geruchsloses Eisensulfid um. In Berlin gibt es laut Wasserbetriebe etwa 80 Orte, wo die Luft über den Abwasserkanälen belastet ist. Der Alexanderplatz zum Beispiel und zum Teil auch der Gendarmenmarkt.

„Das Abwasser fault heute schneller als früher“, sagt der „Projektleiter Geruch“ bei den Wasserbetrieben, Henrik Marczinski. Der Grund: Die Abwassermenge ist in den vergangenen 15 Jahren rapide zurückgegangen, weil die Berliner heute 40 Prozent weniger Wasser verbrauchen. Weniger Abwasser führt aber auch zu einer langsameren Fließgeschwindigkeit, so dass sich Schwefelverbindungen leichter ablagern können. Diese riechen nicht nur nach faulen Eiern, sie führen auch zur Korrosion der Kanalanlagen. Vom Einsatz des Eisenschlamms erhoffen sich die Wasserbetriebe deshalb auch finanzielle Einsparnisse bei der Anlagenwartung. Günstigerweise fällt der Schlamm bei der Aufbereitung des Grundwassers ohnehin in großen Mengen an. Er muss von den Wasserwerken also nicht eigens gewonnen werden.

Zunächst wird der Eisenschlamm nur aus dem Wasserwerk Kladow in die Kanalisation geleitet. Langfristig soll das PilotProjekt aber auf alle neun Wasserwerke ausgedehnt werden. Allerdings hilft der Schlamm nicht gegen alle Kanal-Gerüche. Zusätzlich sollen deshalb auch biologisch abbaubare Salze und Hochdruckspülungen der Kanalisation eingesetzt werden, kündigt Henrik Marczinski an. vv

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